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Sozialer Wandel und moralischer Fortschritt / Social Transformation and Moral Progress - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Hauptseminar Veranstaltungsnummer 51056
Semester SoSe 2015 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Fr. 12:00 bis 14:00 wöch von 17.04.2015 
Einzeltermine anzeigen
Universitätsgebäude am Hegelplatz - 1.406 Dorotheenstraße 24 (DOR 24) - (Unterrichtsraum) Jaeggi findet statt     1000
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Jaeggi, Rahel, Professor, Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Philosophie
Inhalt
Kommentar

In diesem Seminar soll es um Fragen gehen, die manchmal, aber nicht immer zusammengedacht werden: Zum einen um die Frage, was moralischer Fortschritt ist und wie er sich vollzieht. Zum anderen um die Frage, wie sich die Dynamik sozialen Wandels verstehen lässt. Und schließlich soll es um das Verhältnis von beiden gehen und damit um die Frage, ob und wie die Dynamik sozialen Wandels so gedacht werden kann, dass sie moralischen Fortschritt hervorbringt und umgekehrt, ob und wie dieser sich als Faktor sozialen Wandels verstehen lässt.

Man kann die Philosophie Hegels als Affirmation dieser These verstehen: Sind bestimmte soziale Praktiken und Institutionen nötig um moralische Forderungen „sittlich“ zu instituieren, ihnen „Realität“ zu verleihen, so ist umgekehrt der historische Prozess der Herausbildung dieser Praktiken und Institutionen ein Prozess, der sich als moralischer Fortschritt (oder eben: als fortschreitende Verwirklichung von Freiheit) beschreiben lässt. Hinsichtlich der Moral verbindet eine solche Historisierung von Normativität die Vorstellung objektiver Geltung mit der Einsicht in die spezifische Situiertheit und Eingelassenheit jeder Moral in sittlich-normative Kontexte. Aber auch die damit gesetzte Idee sozialen Wandels ist komplex, unterstellt sie dem sozialen Geschehen doch eine Entwicklungsrichtung mit einer ihr eigenen Rationalität. Der „Historische Materialismus“ lässt sich als Fortentwicklung und Neufundierung dieser These verstehen.

Nun sind viele der hier mitschwingenden Thesen aus guten Gründen umstritten; nicht nur die „ökonomistische“ Fundierung gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse, auch die Idee des „Fortschritts“ ist problematisch geworden. Nimmt man andererseits zur Kenntnis, dass sich aus ganz anderen philosophischen Richtungen das Problem „moralischer Innovation“ und ihrer Voraussetzungen diskutiert wird – sei es mit Bezug auf die Überwindung der Sklaverei oder mit Bezug auf gesellschaftliche Ehrbegriffe – und dass sich andererseits unter neopragmatistischem Vorzeichen mindestens Ansätze einer Re-Aktualisierung der Geschichtsphilosophie zeigen, so könnte es sich lohnen, die verschiedenen Debatten, die sich hier durchdringen, noch einmal aufzunehmen und aufeinander zu beziehen.

 

Literatur: Joshua Cohen, „The Arc of the Moral Universe“; Anthony Appiah, The Honour Code; Elisabeth Anderson, „Social Movements, Experiments in Living, and „Moral Progress: Case Studies from Britain’s Abolition of Slavery“; G.W.F. Hegel: Philosophie der Geschichte; G.A. Cohen, Karl Marx’ Theory of History: A Defence; Jürgen Habermas: Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus; Debra Satz: „Marxism, Materialism and Historical Progress“.

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Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2015. Aktuelles Semester: SoSe 2019.
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