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Transparenz: Eine ethnographische Spurensuche II - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Hauptseminar Veranstaltungsnummer 51725
Semester SoSe 2015 SWS 4
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat keine Angabe

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Do. 14:00 bis 18:00 wöch von 23.04.2015 
Einzeltermine anzeigen
    findet statt     1000
Gruppe 1:
 

Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( POVersion: 2008 )   -  
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

Fortführung des im Wintersemester begonnenen Studienprojekts

Anrechenbar für MA Schwerpunkt Wissenskulturen/Science and Technology Studies

Transparenz, das ist nicht nur eine optische Materialeigenschaft sondern – so die Ausgangsthese des Studienprojektes – Schlüsselbegriff einer Wissensanthropologie der Gegenwart. Bezeichnet wird mit Transparenz gegenwärtig Nachvollziehbarkeit und Durchschaubarkeit im positiven Sinne, erreicht durch die Bereitstellung von Informationen. Transparenz ist somit eine zunehmend machtvolle Rationalitätsform, und scheint Lösungswege für die Legitimationsprobleme und Kontingenzzumutungen spätmoderner Regierungs-, Verwaltungs- und Arbeitspraxen bereitzustellen. Zuweilen scheint Transparenz damit eine zeitgenössische Antwort zu geben auf eine große Frage: Wie wollen wir (zusammen) leben?

Als Rationalitätsform hat Transparenz eine moralische Dimension (Offenheit, Kontrolle der Machthaber, Effizienzsteigerung) und eine technologische Dimension (Digitalisierung, transparente Bauweise, Verdatung). Ihre Anfänge lassen sich zur Verwaltungstheorie Benthams zurückverfolgen, virulent ist sie als politisches Schlagwort wieder seit knapp zwanzig Jahren. Und sie ist eine schillernde Figuration: Kritikerinnen verorten in ihr Neoliberalismus und Überwachung wie, gegenläufig, Emanzipation und Machtkontrolle...

In Verschränkung einer politischen Anthropologie von unten und materiell-semiotischer Infrastrukturforschung fragt das Projekt nach den greifbaren „Praktiken der Vernunft“ (Paul Rabinow) durch welche Transparenz vorangetrieben wird. Wir schauen uns an wie Praxis unter dem Gebot der Transparenz organisiert wird und mit welchen technischen, zumeist digitalen Infrastrukturen diese ermöglicht, verknüpft, weiterentwickelt und ausgemalt werden. Auf welches konkrete Problem wird hier reagiert? Was wird tatsächlich sichtbar und was – ein evidenter Effekt von Transparenz –wiederum unsichtbar gemacht? Welche neuen (sozialen wie materiellen) Beziehungen werden gestiftet? Welche Machteffekte sind zu beobachten? Antworten ermöglichen eine ethnographische Analyse der Dilemmata von Offenheit und Geschlossenheit komplexer Gesellschaften, des Umgangs mit Öffentlichkeit als bürgerlichem Erbe und der Alltäglichen Organisation von Sozialität und Regierung in der Spätmoderne.

Bemerkung Die Lehrveranstaltung findet im Institut für Europäische Ethnologie, Mohrenstraße 41, Raum 107a statt.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2015. Aktuelles Semester: SoSe 2020.
Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin