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Sozialphilosophie der Stadt - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Proseminar Veranstaltungsnummer 51044
Semester WiSe 2014/15 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Do. 10:00 bis 12:00 wöch von 16.10.2014 
Einzeltermine anzeigen
Universitäts-Hauptgebäude - 2014B Unter den Linden 6 (UL 6) - (Hör-/Lehrsäle eben ohne Experimentierbühne) Jaeggi findet statt    
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Jaeggi, Rahel, Professor, Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Philosophie
Inhalt
Kommentar

In einem seiner letzten Filme sagt Alexander Kluge über sich, er sei eine „Stadtpomeranze“, also jemand, der sich ein Leben ausserhalb von großen Städten nicht vorstellen könne, sich in der Kleinstadt oder auf dem Land verloren vorkomme. Man mag diese Konstitution teilen oder nicht; fest steht, dass die Stadt oder das Städtische eine Formation darstellt, in der ganz spezifische Merkmale des Sozialen zum Tragen kommen. Auf dem Schauplatz der Stadt werden verschiedene politische, soziale, ökonomische Auseinandersetzungen virulent: Steht das Städtische einerseits für Öffentlichkeit und Dichte, Innovation und Differenz, für das „Zusammenleben der Verschiedenen“, das bereits für Aristoteles die Polis vom unpolitischen Raum des Oikos-Zusammenhangs unterschieden hat, so tritt sie in dem immer wiederkehrenden modernekritischen Großstadt-Diskurs als Ort der Entindividualisierung, der Anonymität, der Beschleunigung und der Vergleichgültigung auf.

Anhand der sozialen Formation der Stadt lässt sich also, aus sozialphilosophischer Sicht, die Auseinandersetzung um zentrale Merkmale der Moderne sowie die soziale und materielle Grundlage dessen, was in der demokratietheoretischen Diskussion als „Öffentlichkeit“ fungiert, nachverfolgen. Wenn man es allerdings mit dem „Recht auf Stadt“ ernst meint, und „Urbanität“ nicht auf ein Marketingmerkmal und Statussymbol der neuen Mittelschichten reduzieren will, so gilt es andererseits, die Stadt nicht nur als kulturelles, sondern auch als  ökonomisches Phänomen zu untersuchen. Stadt ist ebenso der Ort der Integration wie der Segregation und eben deshalb der Ort, an dem um Exklusion und Inklusion gerungen wird. Und die Herausbildung von Städten lässt sich historisch mit ebensolchem Recht als Schauplatz wie als Triebkraft kapitalistischer Modernisierung verstehen. „Stadt“ ist also kein alleinstehendes Phänomen, sondern mit der Dynamik sozialen Wandels und der Dynamik kapitalistischer Globalisierung verschränkt.

In diesem Seminar wollen wir also die Stadt und das Städtische als Ort kultureller, ökonomischer und politischer Praktiken, als soziale Lebensform, betrachten. Dabei werden wir uns (mit Autoren wie Max Weber, Georg Simmel, G. Wirth,  aber auch mithilfe der Reflexionen Walter Benjamins) zunächst die sozialtheoretischen und sozialphilosophischen Grundlagen zum Verständnis dessen, was eine Stadt in ökonomischer, politischer und kultureller Hinsicht ausmacht, aneignen. Anschließend sollen u.a. mit Jean-Paul Sartre, und Richard Senett die „Stadt als normatives Ideal“ (wie Iris Marion Young es bestimmt) untersucht und das „Recht auf Stadt“ (Henri Lefebvre) thematisiert werden. Und schließlich sollen verschiedene systematische Fragen und Motive genauer betrachtet werden: das Verhältnis von Stadt und Öffentlichkeit; die Stadt als Marker von Exklusion und Inklusion; die Stadt und das (bzw. die) Fremde(n); die Stadt als Ort  sozialer Konflikte und Gewalt, die Stadt zwischen Gleichheit und Ungleichheit; die Stadt als organisierter oder desorganisierter Raum (und der materiale Aspekt des Städtischen). Vermittelt über das Thema des Städtischen sollen so einige wichtige Diskussionen und Unterscheidungen der Sozialphilosophie exemplifiziert und diskutiert werden. Dabei werden wir neben philosophischen und soziologischen Werken Texte der neueren Urbanistik (David Harvey u.a.), aber auch Filme und Romane einbeziehen.

 

Bitte beachten Sie: Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit der Journalistin und freien Autorin Dr. Carolin Emcke (u.a. die ZEIT; Bücher u.a.: Von den Kriegen; Über das Begehren) durchgeführt.

Es besteht aus zwei Teilen, von denen der eine Teil im Semester jeweils Donnerstag 10-12 Uhr an folgenden sieben Terminen stattfindet: 16.10., 30.10., 13.11., 11.12., 8.1., 29.1., 12.2. 2015. Der zweite Teil des Seminars wird in den Semesterferien und zwar vom 25.-27. Februar 2015 (jeweils 10-12 und 14-17 Uhr) stattfinden. Die Teilnahme am Seminar ist nur bei Besuch beider Seminarteile möglich.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2014/15. Aktuelles Semester: WiSe 2018/19.
Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin