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Klassifizierungen: Zur Un/Schärfe von Unterscheidungen und zu epistemischen Politiken der Europäisierung im Feld der Religionen - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Hauptseminar Veranstaltungsnummer 51727
Semester WiSe 2014/15 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat keine Angabe

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mi. 10:00 bis 12:00 wöch von 22.10.2014      findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Feldtkeller, Andreas , Prof. Dr.
Römhild, Regina , Prof. Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( POVersion: 2008 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

Die Lehrveranstaltung findet im Raum 108 der Theologischen Fakultät, Burgstraße 26 statt.

Die Frage nach den Grenzziehungen zwischen verschiedenen Religionen war im Europa der Neuzeit für lange Zeit eine politische Frage: Herrschende hatten das Recht der Definition für die Religion ihres Territoriums und waren an klaren Grenzen gegenüber Religionen anderer Territorien interessiert. Dieses Modell wurde im kolonialen Kontext auf andere Regionen der Welt übertragen. Das deutlichste Beispiel dafür ist die Erfindung des „Hinduismus“ durch die britischen Kolonialbehörden im 19. Jahrhundert. Auch gegenüber einem der imaginären Geographie des „Orients“ zugerechneten Islam wurden religiöse als politische Grenzziehungen konstituiert.

Einer empirischen Beobachtung und quellengestützten Rekonstruktion stellen sich religiöse Praktiken und Überlieferungen jedoch als viel weniger deutlich gegenüber einander abgrenzbar dar. In den 1970er und 80er Jahren versuchte man dafür unter dem Stichwort „Synkretismus“ systemtheoretische Modelle zu entwickeln. Aus einer postkolonialen und diskursanalytischen Perspektive erscheinen aber auch diese Modelle noch viel zu stark am „Normalfall“ von für sich isolierbaren und klassifizierbaren Religionen orientiert. Im Zuge einer postkolonialen Reflexion treten stattdessen unsichtbar gemachte Verflechtungen hinter den und jenseits der Unterscheidungen hervor. In den Mittelpunkt rückt dabei das Interesse an den damit verbundenen politischen Interessen und Wirkungen: Inwieweit trugen klassifizierende und hierarchische Abgrenzungen anderer Religionen zur identitären Abgrenzung Europas/des Westens vom „Rest“ der Welt bei? Welche Rolle spielen epistemische Politiken der Klassifizierung generell in der Konstituierung einer europäischen Moderne? Und wie weit zeigen diese Klassifizierungen heute weiter Wirkung: in den aktuellen Diskursen und Praktiken der Europäisierung wie in den Politiken und Auseinandersetzungen im Feld der Migrationen?

Das Seminar wird diese Fragen auf der Grundlage einer experimentellen Kombination religionswissenschaftlicher und europäisch-ethnologischer Perspektiven verfolgen und dabei die klassifizierenden Grenzen wie die Verflechtungen zwischen Religionen als Bausteine Europas thematisieren.

 

Bemerkung

Offen für DoktorandInnen des IfEE und des Strukturierten Promotionsprogramms „Religion – Wissen – Diskurse“

Offen für TeilnehmerInnen des Labors Kritische Europäisierungsforschung

Schwerpunkt: Anrechenbar für den Studienschwerpunkt Europäisierung

Die Lehrveranstaltung findet im Raum 108 der Theologischen Fakultät, Burgstraße 26 statt.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2014/15. Aktuelles Semester: SoSe 2020.
Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin