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Dienen. Von der Sklaverei zur Dienstleistungsgesellschaft - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Vorlesung/Seminar Veranstaltungsnummer 532810
Semester SoSe 2014 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Do. 12:00 bis 14:00 wöch Universitätsgebäude am Hegelplatz - 2.301 Dorotheenstraße 24 (DOR 24) - (Zuschauerräume (z. B. Kino))   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Därmann, Iris, Professor, Dr. phil. verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Kulturwissenschaft Hauptfach ( POVersion: 2008 )     -  
Master of Arts  Psychoanalyt. Kulturwiss. Hauptfach ( POVersion: 2012 )     -  
Programmstudium-o.Abschl.  Kulturwissenschaft Programm ( POVersion: 1999 )     -  

Prüfungsformen:
PT Projekttutorien, M mündlich, S schriftlich, KL Klausur, HA Hausarbeit, B Bachelorarbeit, MT Masterarbeit, P Praktikum, FS Forschungsseminar, MP Modulabschlussprüfung, PS Proseminar, EX Exkursion, ME Mündliche Prüfung und Expose
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Institut für Kulturwissenschaft
Inhalt
Kommentar In den postindustriellen Gesellschaften geht das Gespenst des Dieners um. Der Dienstleistungssektor gilt noch immer als die entscheidende Wachstums- und Beschäftigungsbranche, die jeweils die „ganze“ Gesellschaft ausrichten soll. Vor 60 Jahren konnte Jean Fourastié die Dienstleistungsgesellschaft zur „großen Hoffnung des 20. Jahrhunderts“ erklären, die mit dem Niedergang des Industriezeitalters den Eintritt in die Wirtschaftsepoche der „tertiären Zivilisation“ einleiten sollte. Heute ist man versucht, das Projekt der Dienstleistungsgesellschaft mit ihren ins Nirwana führenden Service-Hotlines und Offshore-Call-Centers als eine Perversion der Idee des Service zu erklären. In praxi zwingt sie den Kunden dazu, seine ökonomisch-bürokratischen Transaktionen weitgehend selbst auszuführen. Die Dienstleistungsgesellschaft bezieht ihren symbolischen Kredit aus einem Ethos des Dienens, dem sie selbst nicht entspricht. Im Mittelpunkt der Vorlesung steht daher die Frage nach der kultur- und ideengeschichtlichen Umwertung der Werte von Herrschen und Dienen. Wie konnte sich aus dem seit der Antike verachteten Sklavendienst ein Ethos des Dienens entwickeln, von dem die Dienstleistungsgesellschaft bis heute imaginär zehrt? Zugleich werden verschiedene organisationale Formen des Dienens und Arbeitens, Figuren des Dieners, Praktiken der Formung von Menschen zu aktiven Objekten und „beseelten Werkzeugen“, sklavische Charaktere, Modalitäten der sklavischen Treue im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit und nicht zuletzt ein Jenseits der Dienstleistung in den Blick genommen. Gibt es Lebensformen, Künste und Erfahrungen der Undienlichkeit, die sich der Dialektik von Herr- und Knecht, von Herren- und Sklavenmoral entziehen?
Literatur

Zur Einführung wird empfohlen:

Markus Krajewski, Der Diener. Mediengeschichte einer Figur zwischen König und Klient, Frankfurt am Main 2010.

Claude Meillassoux, Anthropologie der Sklaverei, übersetzt von Eva Moldenhauer, Frankfurt am Main 1989.

Elisabeth Hermann-Otto (Hg.), Antike Sklaverei, Darmstadt 2013.

Orlando Patterson, Slavery and Social Death. A Comparative Study, Cambridge/London 1982

Bemerkung Die LV ist als Seminar abrechenbar!
Prüfung Hausarbeit, mündliche Präsentation

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2014. Aktuelles Semester: WiSe 2021/22.
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