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Das (Un-)Wesen der Gesellschaft – Zur Aktualität Marx'scher Wertkritik - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Projekttutorium Veranstaltungsnummer 53057
Semester WiSe 2013/14 SWS 2
Rhythmus Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Mi. 16:00 bis 18:00 wöch
Einzeltermine anzeigen
Institutsgebäude - 205 Universitätsstraße 3b (UNI 3) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Kamm, Jakob
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Beifach ( POVersion: 2005 )     -  
Bachelor of Science  Sozialwissenschaften Beifach ( POVersion: 2005 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Beifach ( POVersion: 2006 )     -  
Bachelor of Science  Sozialwissenschaften Beifach ( POVersion: 2006 )     -  
Bachelor of Science  Sozialwissenschaften Beifach ( POVersion: 2011 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Beifach ( POVersion: 2011 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Monobachelor ( POVersion: 2006 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Monobachelor ( POVersion: 2011 )     -  
Programmstudium-o.Abschl.  Sozialwissenschaften Programm ( POVersion: 1999 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Zweitfach ( POVersion: 2005 )     -  
Bachelor of Science  Sozialwissenschaften Zweitfach ( POVersion: 2005 )     -  
Bachelor of Science  Sozialwissenschaften Zweitfach ( POVersion: 2006 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Zweitfach ( POVersion: 2006 )     -  
Bachelor of Arts  Sozialwissenschaften Zweitfach ( POVersion: 2011 )     -  
Bachelor of Science  Sozialwissenschaften Zweitfach ( POVersion: 2011 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Institut für Sozialwissenschaften
Inhalt
Kommentar „[D]ie vollends aufgeklärte Erde erstrahlt im Zeichen triumphalen Unheils.“ Diese Diagnose der modernen Gesellschaft, zu der Theodor W. Adorno und Max Horkheimer im Jahr 1944 gelangten, hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Inmitten einer Welt des Überflusses leben über eine Milliarde Menschen in absoluter Armut. Die Fortschritte in Wissenschaft und Technologie resultieren nicht in einer vernünftigeren Organisation ökonomischer Prozesse, sondern einer Intensivierung der Arbeit, die mit dem Herausfallen großer Teile der Weltbevölkerung aus dem Verwertungsprozess und einer nie dagewesenen Umweltzerstörung einhergeht. Während Hinz und Kunz dank globalisierter Kapitalströme von den Kriegsgeschehen in den Zusammenbruchsregionen des Weltmarkts profitieren können, führt die „Festung Europa“ an seinen Grenzen einen Krieg gegen die Opfer, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben dieser Hölle zu entfliehen versuchen. Die Kritik dieser Widersprüche, als bloße Anomalien der Moderne, erschöpft sich meist in personalisierenden Zuschreibungen, Reformvorschlägen oder einer Projektion auf eine imaginäres Äußeres, das es noch in die richtige Weltgesellschaft zu integrieren gelte. Ziel dieses Projekttutoriums hingegen ist es,  „Missstände [als] notwendig mit der ganzen Einrichtung des Gesellschaftsbaus verknüpft“ (Horkheimer 1937) und aus einer auf Karl Marx zurückgehenden wertkritischen Perspektive zu verstehen und zu analysieren. Im ersten Semester soll dazu eine Einführung in dessen zentrale Texte stattfinden, die eine kategoriale Kritik der über den Wert vermittelten, kapitalistischen Gesellschaft begründen und somit über eine Reduktion der Marx'schen Kritik, deren Validität sich ausschließlich an der empirischen Belegbarkeit des Klassenantagonismus misst, hinausweisen. Die Wertkritik unternimmt hierbei den Versuch „to grasp society from the viewpoint of its possible transformation“ (Postone 1993). Im Anschluss setzen wir uns mit weiteren, auf den wertkritischen Marx rekurrierenden Autoren (Georg Lukács, Theodor W. Adorno, Guy Debord, Robert Kurz, …) auseinander, bevor im zweiten Semester aktuelle gesellschaftliche Missstände, Kritik an diesen sowie historische Gegenentwürfe aus der zuvor gewonnenen Perspektive einer wertvermittelten Totalität analysiert werden sollen. Durch den unternommenen Versuch der Vermittlung soll eine Polarisierung der (Sozial-)Wissenschaften in einen ausschließlichen ideengeschichtlichen Diskurs auf der einen und entkontextualisierte, empirische Datensammlung auf der anderen Seite entgegengewirkt werden. Das Projekttutorium wendet sich an interessierte Studierende der  Sozialwissenschaften, Philosophie, Ethnologie, Geschichte, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Psychologie und Kulturwissenschaften.
Literatur

Adorno, Theodor W. (1973): Vorlesung zur Einleitung in die Soziologie. Frankfurt: Junius-Drucke.

Horkheimer, Max/ Adorno, Theodor W. (1969): Dialektik der Aufklärung. Frankfurt: Fischer Verlag.

Horkheimer, Max (2011): Traditionelle und kritische Theorie: fünf Aufsätze. Berlin: Fischer Verlag.

Kurz, Robert (2008): Marx lesen!. Frankfurt: Eichborn Verlag.

Lukács, Georg (1970): Geschichte und Klassenbewusstsein. München: Luchterhand.

Marx, Karl (1985): Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie. 1.Band. In MEW (Band 23) Berlin: Dietz-Verlag.

Postone, Moishe (2003): Die Voraussetzungen des traditionellen Marxismus. In: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Freiburg: Ca-Ira Verlag

Scholz, Roswitha (2011): Das Geschlecht des Kapitalismus. Bad Honnef: Horlemann Verlag.

Ziegler, Jean (2012): Wir lassen sie verhungern. München: Bertelsmann Verlag.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2013/14. Aktuelles Semester: WiSe 2018/19.
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