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SHIFT – RESTORE – ESC. Die Aufhebung des Retrocomputings in der Medienarchäologie - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Ringvorlesung Veranstaltungsnummer 53512
Semester SoSe 2013 SWS 2
Rhythmus jedes Semester Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
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plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Di. 18:00 bis 20:00 wöch
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Pergamonpalais - 0.01 Georgenstraße 47 (GEO 47) - (Musik-tech.Unterrichtsr.)   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Höltgen, Stefan , Dr. verantwort
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Medienwissenschaft Hauptfach ( POVersion: 2007 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft, Fachgebiete / Professuren
Inhalt
Kommentar

Erst mit der Erfindung des Mikroprozessors im Jahre 1971 konnte der Computer „privatisiert“ und damit zu einem Massenmedium werden. Seine ersten beiden Jahrzehnte in Privathand waren allerdings nicht von der Verwendung als Kommunikationsmedium, sondern vor allem durch seinen spielerischen und programmiererischen Gebrauch bestimmt. Damit einher ging eine Vielzahl von Plattformen, Betriebssystemen und Programmiersprachen/-dialekten, woraus sich erst nach und nach jene Systeme entwickelten, die heute als Standards die Computernutzung dominieren. Angesichts dieser auch schon gar nicht mehr so neuen „Uniformiertheit“ einer mehr und mehr unter den GUIs im Verborgenen operierenden Computerwelt hat sich ein dezidiertes Interesse an der (Wieder-)Beschäftigung mit den Anfängen des Mikrocomputers etabliert, welches im so genannten „Retro-Computing“ sein gleichsam nostalgisches wie künstlerisch-kreatives Kondensat gefunden hat.

Blickt man allerdings genauer hinter die Kulissen der daraus entstandenen Retroszenen, so entdeckt man viel Neues im und am Alten, da der bloßen Technikmusealisierung entgegensteht: noch bis vor kurzem unbekannte Funktionen längst als veraltet geltender Chips, neue Programme, Betriebssysteme und Peripherie, die die Computer der 8- und 16-Bit-Generation z.B. internetfähig machen und Emulationssysteme, in denen jene einfachen Systeme per Soft- oder Hardware in neuen Computern und günstigen Microcontrollern nachgebildet werden. Hier eröffnet sich ein interessantes und vielseitiges medienarchäologisches Forschungsfeld, das gerade aus solchen Diskontinuitäten und missbräuchlichen Verwendungsweisen epistemologisches Wissen über das so genannte „Computerzeitalter“ und seine verborgenen Bedingungen zu bergen weiß.

In 12 Vorträgen, einer musikalischen Lecture-Performance und einer Podiumsdiskussion soll diesem Wissen nachgespürt werden: Es kommen Programmierer und „Bastler“ zu Wort und schreiten zur Tat; es werden wissens- und diskursgeschichtliche Anschlüsse der Medientheorie an die historische Informatik jüngerer Vergangenheit vorgestellt und dabei eine – im Hegel-Haus und Helgel‘schen Sinne verstandene - Aufhebung des „Retro-Computings“ in die Medienarchäologie vollzogen, die die alten Plattformen als „neue Forschungsobjekte“ in den Fokus der Medienwissenschaft rückt.

(Am 21. und 22.09.2012 findet im Atrium der Georgenstraße 47 die „Classic Computing 2013“ statt, auf welcher zahlreiche alte Computersysteme funktionsfähig ausgestellt sind.)

Bemerkung

Timeline:

09.04.2013 - Dr. Stefan Höltgen, Prof. Dr. Wolfgang Ernst: SHIFT - RESTORE - ESC: Die Aufhebung des Retrocomputings in der Medienarchäologie

16.04.2013 - Sebastian Felzmann, M.A.: Mediennostalgie - Designnostalgie und Userreaktionen

23.04.2013 - Nikita Braguinski, M.A.: Ästhetisches Rauschen. Die Werteökonomie der Computerklänge

30.04.2013 - Pater Maria: Irrlicht Project - Chiptunes mit 8-Bit-Hardware (Lecture Performance)

07.05.2013 - Jörn Mika: SymbOS - Ein Multitasking-Betriebssystem für Z80-basierte Computer

14.05.2013 - Michael Steil: Rasterstrahl-Hacken: Grafik mit dem Commodore 64

21.05.2013 - Dr. André Fachat: Entwicklung des Commodore-64-Emulators "VICE"

28.05.2013 - Volker Mohr: Aus Neu mach Alt: RISC OS auf Beagleboard und Rasperry Pi

04.06.2013 - Constantin Gillies: Lesung aus "Extraleben 3: Endboss"

11.06.2013 - Berthold Fritz: Vom Wiedereinstieg in die 8-Bit-Welt: Die Programmierung eines Spiels für Atari-Computer

18.06.2013 - Prof. Dr. Horst Völz: Beispiele für die Softwareentwicklung zum KC 85

25.06.2013 - Prof. Dr. Claus Pias: 8-bit als Theorie-Epoche. Vom Nachleben des Homecomputing

02.07.2013 - Prof. Dr. Bernd Ulmann: Z80-Einplatinenrechner im Eigenbau

09.07.2013 - Andreas Paul, Enno Coners, Andreas Lange (Podiumsdiskussion): Hardwhere? Softwhere? Archivierung zwischen Musealiserung, Diskursivierung und Operativ(er)haltung

Weitere Informationen:

http://u.hu-berlin.de/ShiftRestoreEscape

http://www.facebook.com/ShiftRestoreEscape

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2013. Aktuelles Semester: WiSe 2017/18.
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