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Rassismus. Theorie // Kritik // Intervention - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Projekttutorium Veranstaltungsnummer 021025
Semester SoSe 2012 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mi. 16:00 bis 18:00 wöch 01.04.2012 bis 30.09.2012  Institutsgebäude - 205 Universitätsstraße 3b (UNI 3) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Groß, Sophie verantwortlich
Heller, Mareike verantwortlich
Lambert, Laura verantwortlich
Müller, Felix verantwortlich
Peter, Birgit verantwortlich
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Universitätsverwaltung, Studienabteilung (I), Studienreform
Inhalt
Kommentar „Race does not exist, but it does kill people“ (Colette Guillaumin).

Nicht nur die rassistischen Morde des NSU, sondern auch der große Zuspruch auf das Buch „Deutschland schafft sich ab“ des SPD-Politikers Thilo Sarrazin machen überhaupt eines deutlich: Rassismus als gesellschaftliches Herrschaftsverhältnis ist keineswegs in einer längst überwundenen Vergangenheit zu verorten. Vielmehr haben sich rassistische Praxen und Ideologeme historisch als äußerst (ab)wandelbar erwiesen. Die permanent im Prozess begriffene gesellschaftliche Konstruktion „bedeutsamer“ Differenzen stellt hohe Anforderungen an die Rassismus-Analyse. Alarmierend ist jedoch, dass ihre Erkenntnisse bei der drängenden tagespolitischen Relevanz - auch im akademischen Rahmen - kaum eine Rolle spielen. Entweder marginalisiert als rechtsextremes Phänomen im Falle des NSU oder mit der Sarrazinschen Floskel „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ diffamiert, bleibt Rassismus als Phänomen strategisch unterbestimmt.

Aber was ist Rassismus - und wie funktioniert er? Welche Formen von Subjektivitäten produziert er und warum ist die „Deutschenfeindlichkeit“ kein Rassismus? Wie ist das Phänomen des antimuslimischen Rassismus einzuordnen? Wie verhält es sich mit Antisemitismus? In welchem Zusammenhang steht Rassismus mit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und dem politischen System? Welche Rolle spielt die eigene Positionierung bei der Analyse?

Um diese und andere Fragen zu stellen und vielleicht auch Antworten zu finden, stellen wir die Auseinandersetzung mit Rassismustheorien unterschiedlicher wissenschaftlicher Bezüge in den Mittelpunkt des ersten Semesters. Theoretiker_innen wie Stuart Hall (Kulturwissenschaften), Étienne Balibar (politische Philosophie) oder Frantz Fanon (Psychologie)- ergänzt um neuere Ansätze zu aktuellen Konjunkturen und Intersektionalitäten- werden wir gemeinsam hinsichtlich ihrer Definition von Rassismus, der verwendeten Erklärungsmuster, seiner geschichtlichen Verortung und der Möglichkeiten von Kritik und Intervention analysieren. Grundsätzlich sind diese Theorien interdisziplinär angelegt und sprengen überhaupt deshalb, weil Rassismus ein „totales soziales Phänomen“ darstellt, den Rahmen akademischer Grenzen.

Um selbst auch die akademischen Grenzen zu überschreiten, sollen die zuvor als Analysewerkzeuge erarbeiteten Theorien im zweiten Semester auf ein konkretes Projekt angewendet werden. Dieses wird aus der Gruppe heraus entwickelt und soll über den universitären Tellerrand hinaus aktuelle gesellschaftliche Problematiken analysieren und Interventionen entwickeln.

Rassismus betrifft als gesellschaftliches Phänomen Menschen in unterschiedlicher Weise, und formt ihre Wahrnehmung von Gesellschaft und ihre alltäglichen Praktiken. Es ist folglich auch Anspruch dieses Projekttutoriums rassistische Stereotypisierungen nicht zu reproduzieren und Raum für die Auseinandersetzung mit verletzenden und/oder diskriminierenden Sprachhandlungen zur Verfügung zu stellen.

Der Rahmen des Projekttutoriums soll zudem als eine Möglichkeit genutzt werden, mit möglichst wenig hierarchisch strukturierten Lernformen zu experimentieren und das übliche Verhältnis von „Lehrenden und Lernenden“ aufzubrechen.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2012. Aktuelles Semester: WiSe 2020/21.
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