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Geographien der Toleranz und des Respekts - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Vorlesung Veranstaltungsnummer 32104
Semester SoSe 2012 SWS 2
Rhythmus jedes Semester Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Do. 11:00 bis 13:00 wöch von 26.04.2012  2.108 (Seminarraum)
Stockwerk: 2. OG


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Alfred-Rühl-Haus - Rudower Chaussee 16 (RUD16)

Außenbereich nutzbar Innenbereich nutzbar Parkplatz vorhanden Leitsystem im Außenbereich Barrierearmes WC vorhanden Barrierearme Anreise mit ÖPNV möglich
  findet statt    
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Lange, Bastian , Dr. verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Geographie Kernfach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Geographie Monobachelor ( POVersion: 2007 )   -  
Diplom  Geographie Hauptfach ( POVersion: 2003 )   -  
Master of Education (2)  Geographie 1. Fach ( POVersion: 2007 )   -  
Master of Education (2)  Geographie 2. Fach ( POVersion: 2007 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtungen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Geographisches Institut
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Geographisches Institut, Aquatische Ökogeographie (S)
Inhalt
Kommentar

Geographien der Toleranz und des Respekts

Dem Faktor „Toleranz“ wird neben harten Standortfaktoren (Technologie) sowie hochqualifizierten, kreativen Beschäftigten (Talent) ein wesentlicher Einfluss auf die bestenfalls positive Rezeption, Imageausprägung vor allem aber auch wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt, einer Metropole oder einer Region unterstellt. Zudem weisen unterschiedliche gesellschaftliche Einflussfaktoren und Entwicklungen (z. B.  Fachkräftemangel, demographische Entwicklungen…) immer eindringlicher auf die gewachsene Bedeutung von „Toleranz“ hin, wenn z.B. eine bessere Bindung von hochqualifizierten transnationalen von Fachkräften an einen Standort erzielt werden soll.

In seiner oberflächlichen Betrachtung ist das Kriterium Toleranz stark mit Berufsfeldern von im Wesentlichen gut ausgebildeten wissens- und kreativbasierten Trägergruppen verbunden. Ihnen wird zugeschrieben, dass sie auf eine Atmosphäre der Offenheit und der Akzeptanz von Alterität und Differenz angewiesen sind, von dieser angezogen werden und diese qua ihrer alltäglichen und beruflichen Lebensführung im Städtischen wiederfinden und ebenso reproduzieren. Bei dieser vermeintlich fass- und adressierbaren Betrachtung wird Toleranz als soziales Normierungs- und Regelwerk gesetzt.

In den Sozial- und Kulturwissenschaften dagegen wird Toleranz generell als unhinterfragte Errungenschaft der modernen westlichen Welt aufgefasst. Toleranz wird als eine zentrale zivilisatorische Kulturtechnik Europas angesprochen, mit Hilfe derer seit dem Mittelalter versucht wurde, gewalttätige religiöse Konflikte zu entschärfen. Heute dagegen wird es wiederum als Schlüssel gefeiert, um weltweit globale Konflikte wie ebenso kulturelle, ethnische oder geschlechtsspezifische Demarkierungen und Grenzziehungen zu überwinden.

Diesem oftmals unhinterfragten positiven Konzept von Toleranz wird aber im Kontext von z.B. postkolonialen Diskursen immer eindringlicher eine Schattenseite gegenübergestellt: Kollektive Abwertungen, ethnische Missbilligung und soziale Regulierungsbestrebungen widersetzen sich den positiven Attributen von Toleranz als zivilisatorische Errungenschaft.  Denn in dem toleriert, wird zugelassen, wird erlaubt, was eigentlich unerwünscht ist oder von einer Mehrheitsmeinung abweicht. 

Toleranz wird darüber hinaus als kulturelles Narrativ zur Rechtfertigung von Gewalt eingesetzt, man denke nur an die Begründungen der Kriege im Irak und dem Kampf gegen den Terror: Der zivilisierte Westen wurde als toleranter Gegenpol gegenüber dem „barbarischen Islam“ in Stellung gebracht. Zugespitzt gibt sich eine kulturelle Figur zu erkennen, bei der Toleranz paradoxerweise westliche Imperialisierungsbestrebungen unterstreicht.

Die Vorlesung (Do. 11-13) untersucht und diskutiert die je spezifischen Ausprägungen und Kulturtechniken von Toleranz und Respekt im Kontext von z.B. globalen Befriedungsstrategien, Kampagnen für die Rechte Anders denkender, Urban Governance, der städtischen Politik der „Zero Tolerance“ sowie intoleranten Praktiken toleranter Vorreiter (Kreative!) und ihrer Rollenmodelle.

Das Oberseminar (Mi 9-11) greift die Vorlesungsinhalte auf und wird als dialogisches Lektüreseminar entwickelt.

Eine regelmäßige Beteiligung in beiden Veranstaltungen ist Voraussetzung für den Erhalt von Leistungsnachweisen.

Literatur

Richard Sennett: Respekt im Zeitalter der Ungleichheit. Berliner Verlag, Berlin 2004

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2012. Aktuelles Semester: SoSe 2024.
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