Gruppe 1: Menschen und Tiere. Eine Beziehungsgeschichte der Moderne
Tiere spielen eine entscheidende Rolle in unserer Geschichte und Gegenwart. Sei es als Nutz-, Arbeits-, Haus-, Zoo- oder Labortier – ihr Beitrag für Wirtschaft, Handel, Industrie, Alltag und Gesundheit der Menschen ist bedeutend. Anhand der komplexen Beziehungen von Menschen und Tieren in der neueren und neuesten Geschichte führt die Lehrveranstaltung in die Grundlagen und Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften ein. Dabei werden methodische Fragen, Ansätze und Konzepte historischen Arbeitens am Beispiel eines sich dynamisch entwickelnden Forschungsfeldes vorgestellt und diskutiert.
Gruppe 2: Umwelten der Wissenschaft
Die Wissenschafts- und Wissensgeschichte und angrenzende Gebiete wie STS (Science and Technology Studies) gehören heute zum historiographischen Kanon. Die neuere Zeitgeschichte etwa lässt sich ohne entsprechende Inputs kaum handhaben; und im Schatten von Klimakrise und Kriegen, von ökonomischer Ungleichheit und ideologischer Polarisierung sowie der Geopolitiken von „Tech“ oder AI intensivierte sich auch die Politisierung von Forschung und Universität ganz allgemein. Ausgehend von vier entsprechenden thematischen Schwerpunkten –– Politik, Medien, Umweltgeschichte, Technik/Industrie –– beschäftigen wir uns im Seminar mit den Grundzügen, Konzepten, Methoden, Trends und neueren Ansätzen der Wissenschaftsgeschichte. Wir diskutieren historische Quellen, klassische Texte und einschlägige Fallstudien; gleichzeitig soll das Seminar zum Nachdenken über Wissenschaft und wissenschaftliche Arbeit animieren. Die Seminartexte sind überwiegend englischsprachig. Die Diskussion kann in deutscher und englischer Sprache geführt werden.
Gruppe 3/4: Zwischen aktivistischem "Empowerment" und staatlicher Propaganda? Medienpraxis im 19. und 20. Jahrhundert
Gruppe 5: Die europäische Hexenverfolgung (15. bis 18. Jahrhundert)
Der Einführungskurs untersucht ausgewählte Aspekte der europäischen Hexenverfolgung von der Formierung des sogenannten elaborierten Hexenkonzepts im Spätmittelalter über die großen Prozesswellen um 1600 bis zu den letzten (im Zeichen der Aufklärung) stattfindenden Verurteilungen Ende des 18. Jahrhunderts. Gefragt werden soll einerseits nach den Gründen, Dynamiken und Konsequenzen von Hexenverfolgungen, andererseits soll diskutiert werden, welche Rolle Gerüchte, Verleumdungen, dämonologische Wissensdiskurse und (vormoderne) Medien in den entsprechenden Gewalt- und Verfolgungssituationen gespielt haben. Anhand verschiedener Quellentypen und einer breit gefächerten Forschungsliteratur führt der Kurs in das geschichtswissenschaftliche Arbeiten und dessen methodische Grundprobleme ein.
Gruppe 6: Der unsichtbare Feind. Seuchen und Plagen im 19. Jahrhundert
Mit der zunehmenden Verflechtung der Welt im 19. Jahrhundert gingen auch für zahlreiche andere Organismen nie zuvor gekannte Möglichkeiten der Verbreitung einher: vom Cholerabakterium über den Mehltaupilz und die Reblaus bis zum Influenzavirus der Spanischen Grippe. Das Treiben dieser Vielzahl an Viren, Insekten und Bakterien betraf die Menschen auf vielfältige Weise, bedeutete Zäsuren für eingespielte Wirtschaftsabläufe ebenso wie Hungersnöte oder schlicht den qualvollen Tod. Anhand ausgewählter Beispiele fragen wir in diesem Kurs danach, wie die Menschen in Europa diesen Seuchen und Plagen begegneten, wie sie versuchten sie einzuordnen und ihrer Herr zu werden.
Der Kurs führt zudem in Grundlagen der Geschichtswissenschaften ein. Dies umfasst spezifische Techniken, wie etwa die Recherche und das Zitieren wissenschaftlicher Literatur, ebenso wie die Diskussion von tragenden Säulen unseres Fachs, etwa die Frage nach der Bedeutung von Quellen für die historische Arbeit.
Gruppe 7: Was bedeutet das alles? Grundbegriffe der Geschichte und Geschichtstheorie
Wir müssen unsere Demokratie schützen! Wir erleben den Aufstieg von Diktaturen und Autokratien! Der Faschismus droht zurückzukehren! Der Westen hat sich von der Aufklärung abgewendet! Die Gewaltenteilung ist in Gefahr! Der Osten ist konservativ! Wir verteidigen die Werte des Westens!
Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Tagtäglich begegnen wir in Medien und öffentlichen Räumen, in Politik und Institutionen solchen und ähnlichen Aussagen. Wie selbstverständlich nutzen wir dabei Begriffe, die historisch gewachsen sind und die wir dennoch kaum je reflektieren. Was meint Demokratie eigentlich? Was ist eine Diktatur? Was heißt Macht, was Herrschaft? Was ist ein Staat und was ist Souveränität? Was ist eine Nation und was ist Nationalismus?
Im Einführungskurs wollen wir uns mit diesen und weiteren Begriffen befassen, sie durchleuchten und geschichtstheoretisch ergründen.
Ein Interesse an Theorie und der Wille zu abstraktem Denken wird unbedingt vorausgesetzt.
Gruppe 8/9: Staatsgrenzen und Territorialität im Europa des 20. Jahrhunderts
Diese zwei voneinander unabhängigen Einführungskurse beschäftigen sich mit der Zeit in der Geschichte Europas, in der die Staatsgrenzen innerhalb Europas am schwierigsten zu passieren waren: Dem Zeitraum vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas. Anhand der Analyse von Grenzen und Staaten werden große Konfliktlinien im Europa des 20. Jahrhunderts behandelt, hier mit einem Schwerpunkt auf Osteuropa, weil hier die meisten Veränderungen stattfanden.
Gruppe 10:
Gruppe 11: Koloniale Gewalt und Skandale im Deutschen Kaiserreich und seinen Kolonien
Im Einführungskurs „Koloniale Gewalt und Skandale im Deutschen Kaiserreich und seinen Kolonien“ werden wir uns vertieft und in vergleichender Perspektive mit der Geschichte der drei großen Kolonialkriege des Deutschen Kaiserreichs (Boxerkrieg 1900-1901, Herero- und Namakrieg 1904-1908, Maji-Maji-Krieg 1905-08) auseinandersetzen. Neben dem Fokus auf die Kriege selbst werden wir uns mit den politischen Debatten und der Einschätzung kolonialer Gewalt in der damaligen deutschen Öffentlichkeit beschäftigen. Denn schon während der Kaiserzeit lösten die Gewaltexzesse in den Kolonien und anderen außereuropäischen Kriegsschauplätzen immer wieder Skandale und Diskussionen über das Verhalten deutscher Kolonialbeamter und Soldaten aus. Sowohl die öffentliche Anteilnahme am Bekanntwerden kolonialer Gewalt, als auch die politischen und juristischen Reaktionen auf Kolonialskandale umfassten dabei ein breites Spektrum: Dieses reichte von Desinteresse und Vertuschung bis hin zu politischen Reformen und dienstlichen Konsequenzen für die beteiligten Akteure.
Das Seminar ist als Einführungskurs in die Geschichtswissenschaften konzipiert und wird darüber hinaus Anlass bieten, sich mit verschiedenen Quellengattungen im Kontext der deutschen Kolonialgeschichte vertraut zu machen.
Gruppe 12:
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