| Kommentar |
Das weltweite Netzwerk der Jesuitenschulen, das sich im 16. und 17. Jahrhundert im Zuge der Gegenreformation entwickelte, ist eines der faszinierendsten Phänomene der Geschichte der Bildung und ihrer Institutionen, das zugleich hervorragend dokumentiert ist. Im Kolloquium soll das umfangreiche Werk des Jesuitenpaters Jacobus Pontanus (1542-1626) exemplarisch zeigen, wie die Jesuiten den Wettstreit mit den Protestanten um die beste Schulbildung führten – im Zentrum standen Latein und Griechisch - und dabei auf Qualität und Qualitätskontrolle setzten. Seine Denkschriften zur Lehrplangestaltung, seine Unterrichtswerke (z.B. die Progymnasmata) und seine Ausgaben griechischer und lateinischer Autoren in usum scholarum (wie Ovid und Vergil) bieten genügend Stoff, um das darin enthaltene Bildungsprogramm zu interpretieren und in den weiteren Kontext der Zeit zu stellen. Damit wird ein wichtiges, aber oft vernachlässigtes Kapitel der Geschichte des altsprachlichen Unterrichts und der Rezeption der Antike erörtert.
Ein Moodle-Kurs wird eingerichtet, von dort sind die Digitalisate der im Kolloquium behandelten Texte abrufbar. Da diese Texte nicht in Übersetzung vorliegen, ist die Bereitschaft zu originalsprachlicher, hauptsächlich lateinischer Lektüre für die Teilnehmenden unabdingbar. |