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"Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!"/ Kriegserfahrungen, Gewalttheorien und Friedenshoffnungen in der Geschichte des Christentums - Detailseite

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  • Online Belegung noch nicht möglich oder bereits abgeschlossen
Grunddaten
Veranstaltungsart Vorlesung Veranstaltungsnummer 9620014
Semester SoSe 2022 SWS 2
Rhythmus jedes 2. Semester Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mo. 16:00 bis 18:00 wöch 25.04.2022 bis 11.07.2022  Institutsgebäude - 311 Mohrenstraße 40/41 (MO 40) - (Unterrichtsraum)   findet statt     30
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Thurau, Markus , Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Katholische Theologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2019 )     -  
Bachelor of Arts  Katholische Theologie Kernfach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2019 )     -  
Bachelor of Arts  Katholische Theologie Zweitfach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2019 )     -  
Bachelor of Arts  Katholische Theologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2019 )     -  
Bachelor of Arts (GS)  Katholische Theologie Studienfach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2020 )     -  
Bachelor of Science  Katholische Theologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2019 )     -  
Bachelor of Science  Katholische Theologie Zweitfach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2019 )     -  
Master of Education (ISG)  Katholische Theologie 1. Fach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2020 )     -  
Master of Education (ISG)  Katholische Theologie 2. Fach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2020 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Zentralinstitut Institut für Katholische Theologie (IKT)
Inhalt
Kommentar

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“ Diese zentrale Aussage, mit der sich die erste Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im Jahr 1948 prominent der Friedensfrage zuwandte, bringt die Problematik des Christentums und seines ambivalenten Verhältnisses zu Krieg und Gewalt treffend zum Ausdruck. Sie verweist auf ein Sollen, eine ethische Norm, die nicht aufgegeben werden darf, die aber dem Sein keineswegs entspricht. Denn die Geschichte des Christentums ist durch Kriege und Gewaltkonflikte gekennzeichnet, in der diese Norm immer wieder gebrochen worden ist. In etlichen Fällen auch bewusst, indem Gewalt und Krieg durch Kirche und Theologie legitimiert worden sind. Ein Beispiel hierfür ist die Lehre vom gerechten Krieg, die eine lange Tradition im christlichen Denken hat. Aber auch das Konstrukt des Heiligen Krieges und theologische Überlegungen zur internationalen Schutzverantwortung gehören hierher.

Die Vorlesung befasst sich mit der Macht und Ohnmacht religiöser Akteure in Gewaltkonflikten, mit den Erfahrungen, die Christinnen und Christen mit Krieg gemacht, den Vorstellungen und Bewältigungsstrategien, die sie hierüber entwickelt und mit den Hoffnungen, die sie in den Frieden gesetzt haben.

Die Vorlesung wird das Thema in einer longue durée-Perspektive in den Blick nehmen. So werden nicht nur biblische Texte zur Sprache kommen, sondern ebenso Exkurse in die Zeit der Patristik und des Mittelalters unternommen. Der Schwerpunkt wird aber auf Neuzeit und Moderne liegen. So haben die beiden Weltkriege in der ersten und der Kalte Krieg als globaler Konflikt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorme Bedeutung für das christliche Nachdenken über Krieg und Frieden erlangt. Es kam in dieser Zeit nicht nur zu einer massiven Kritik an der Lehre des gerechten Krieges, sondern ebenso zu einem Perspektivwechsel, der sich an dem Leitbild „Gerechter Friede“ verdeutlichen lässt.

Die Vorlesung bietet somit Einblicke in die historische Friedens- und Konfliktforschung, wobei auch Grundlagen der christlichen Friedens- und Konfliktethik zur Sprache kommen. Im Fokus steht dabei die Geschichte des westlichen Christentums. Zum Verhältnis von Krieg und Frieden in den orthodoxen Kirchen wird innerhalb des Moduls ein eigenes Seminar zu dem Thema angeboten.

Literatur
  • Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 2006;
  • Philippe Buc, Heiliger Krieg. Gewalt im Namen des Christentums, Darmstadt 2015;
  • Andreas Holzem (Hg.), Krieg und Christentum. Religiöse Gewalttheorien in der Kriegserfahrung des Westens (KRiG 50), Paderborn 2009;
  • Eberhard Schockenhoff, Kein Ende der Gewalt? Friedensethik für eine globalisierte Welt, Freiburg i. Br. 2018;
  • Ines-Jacqueline Werkner, Klaus Ebeling (Hg.), Handbuch Friedensethik, Wiesbaden 2017.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2022. Aktuelles Semester: WiSe 2022/23.
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