Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Vorlesungswoche.
Im Seminar werden ausgewählte Perspektiven über Verkörperung (Merleau-Ponty, Plessner) am Beispiel der afrobrasilianischen Kampfkunst Capoeira vorgestellt. Anschließend wird nach möglichen Zusammenhängen von Verkörperung und Lernen aus einer bildungstheoretischen Perspektive (Meyer-Drawe, Brinkmann) gefragt. Dabei wird Lernen nicht als „Informationsverarbeitung“ bzw. „-speicherung“ sondern als Erfahrungsprozess betrachtet und seine leiblichen und zwischenleiblichen Aspekte hervorgehoben. Um die Zusammenhänge von Verkörperung, Lernen und Bildung aus dieser Perspektive zu untersuchen, werden Videosequenzen analysiert, die im Rahmen eines Promotionsprojekts zur videographischen Erforschung bildender Erfahrungen in der afrobrasilianischen Kampfkunst Capoeira produziert worden sind. Diese Beispiele ermöglichen es schließlich, eine dekoloniale Perspektive in die Überlegungen einzubeziehen.
Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar ist eine regelmäßige Mitarbeit, sowie die Bereitschaft, wissenschaftliche Texte zu lesen und zu diskutieren und an der Schaffung einer offenen und vertrauensvollen Arbeitsatmosphäre mitzuwirken.
Im Rahmen dieses Seminars können 2-5 LP erworben werden. Die Voraussetzungen dafür werden gemeinsam in der ersten Sitzung besprochen.