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Die Theologie Dorothee Sölles (HS - H 440/441/643; BA[V]ST; MRC - B4/B4a/V4a/V4b/V3a; MEd D, K) - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 60406
Semester WiSe 2019/20 SWS 2
Rhythmus Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Di. 08:00 bis 10:00 wöch
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Institutsgebäude - 306 Burgstraße 26 (BU26) - (Unterrichtsraum) Meireis findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Meireis, Torsten , Prof. Dr. theol.
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Theologische Fakultät, Seminar für Systematische Theologie / Philosophie, Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik und Hermeneutik
Inhalt
Kommentar

Kann denn Liebe Sünde sein? Und: macht Arbeit eigentlich tatsächlich das Leben süß? Mit Dorothee Sölle muss man beide sprichwörtlichen Fragen bejahen. Zumindest darin könnte sie eine konsequente Verfechterin jenes protestantischen Ethos scheinen, dessen Bild seit der Popularisierung der Thesen Max Webers durch die Vorstellung rastloser Arbeit einerseits und innerweltlicher Askese andererseits geprägt ist. Konfrontierte man sie freilich mit dieser These, würde sie diese wohl sofort – und wie zu vermuten steht: entrüstet – zurückweisen. Denn der Intention nach verfolgt sie gerade das entgegengesetzte Projekt: Gegen die schmallippige, gefühlskalte und unachtsame kapitalistische Betriebsamkeit der Jagd nach der eigenen Heilsgewissheit in der Furcht vor einem autoritären Gott sucht sie die Wiederentdeckung des guten Lebens zu setzen. Gegen eine Arbeitsideologie, die den Ausgebeuteten ihr Leben als göttliche Berufung schmackhaft machen möchte, sucht sie den christlichen Glauben als Ort der Befreiung zu rekonstruieren.

Die am 27.04.2003 bei einer Tagung in Bad Boll verstorbene Theologin und Germanistin Dorothee Sölle gehört zu den einflussreichsten Denkerinnen des Protestantismus im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert. In ihrem Wirken waren theoretische Arbeit und praktisches politisches Engagement untrennbar verwoben, die Grenzen akademischer Disziplinen und religiöser wie politischer Konventionen überschritt die Friedensaktivistin und Feministin in produktiver Absicht regelmäßig. Obwohl nie 'ordentliche Professorin' in der Bundesrepublik, war sie in den USA und anderswo intensiv in theologischer Lehre tätig.

Im Seminar soll es wesentlich um ihre Entwürfe zur systematischen Theologie in praktischer Absicht gehen: Mit den seinerzeit intensiv diskutierten Überlegungen zur 'Stellvertretung' setzt sie sich mit den Problemen eines theistischen Gottesbildes auseinander, in ihren Arbeiten zu 'Phantasie und Gehorsam' und zur 'Politischen Theologie' entwickelt sie ethische Konzepte, in ihrem Entwurf 'Lieben und Arbeiten' beansprucht sie, eine feministische Theologie der Schöpfung zu bieten, die die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen und Herausforderungen, unter denen sie entsteht, explizit berücksichtigt, und mit 'Gott denken' legt sie eine eigenständige Einleitung in die Theologie vor. Dem theologischen Denken Dorothee Sölles werden wir in einem auszugsweisen Durchgang durch ihr Oeuvre nachgehen.

Literatur

Zur Vorbereitung: D. Sölle, Gott denken. Einführung in die Theologie, Stuttgart 1990

Helga Kuhlmann (Hg.), Eher eine Kunst als eine Wissenschaft. Resonanzen der Theologie Dorothee Sölles, Stuttgart 2007

Weitere Literatur wird über Moodle zur Verfügung gestellt.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2019/20. Aktuelles Semester: SoSe 2020.
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