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Institutskolloquium: "Ethnographies of the Contemporary – Perspectives and Positions on an Anthropology of the Political" - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Kolloquium Veranstaltungsnummer 51737
Semester WiSe 2018/19 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Di. 14:00 bis 15:30 wöch 16.10.2018 bis 12.02.2019 
Einzeltermine anzeigen
Institutsgebäude - 0007 Hausvogteiplatz 5-7 (HV 5) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
iCalendar Export Do. 18:00 bis 20:00 Einzel am 10.01.2019
Einzeltermine anzeigen
Institutsgebäude - 0007 Hausvogteiplatz 5-7 (HV 5) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Alle Lehrenden, 
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( POVersion: 2008 )   -  
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2017 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2017 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

Ethnographies of the Contemporary –

Perspektiven und Positionen einer Anthropologie des Politischen

 

Institutskolloquium, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Wintersemester 2018/19

 

dienstags 14-16 Uhr (c.t.) / Tuesdays 2-4pm

Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0007

Die Veranstaltungen finden wechselnd auf Deutsch oder Englisch statt.

Events will take place variously in German and English

 

Veranstaltungen mit einem * finden zu anderen Zeiten oder in anderen Räumlichkeiten statt – Bitte konsultieren Sie dazu das untenstehende Programm.

Events with * will take place at deviant times, days or locations - Check the programme below

 

Organisatoren / Organisers: Jens Adam & die Forschungslabore am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin,

in Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum (IZ) „Border Crossings - Crossing Borders. Berliner Zentrum für transnationale Grenzforschung“.

 

Weitere Informationen / More Information:  www.euroethno.hu-berlin.de

 

 

Programm / Programme

 

16.10.18

Desire for the Political: Ethnography and Politics After the Cold War

Dace Dzenovska (University of Oxford)

 

23.10.18

Badiou out of Place:  Multiplicities, Ontologies, and the Lived Experience of Forced Migration

Elizabeth Cullen Dunn (Indiana University, Bloomington)

 

30.10.18

Archives of Refuge

Roundtable with Arjun Appadurai (New York University), Regina Römhild (IfEE, HU Berlin), Mohammad Sarhangi (HKW, Berlin), Marcia C. Schenck (FU Berlin), Nadiye Ünsal (Labor Migration Berlin)

 

06.11.18

Konjunkturen der Moralismus-Kritik: agonale Bestimmungen des Politischen zwischen Zeitdiagnostik und Ethnografie

Moritz Ege (Kulturanthropologie/EE, Universität Göttingen)

 

13.11.18

Queering Europe: On the Sexual Politics of Europeanisation 

Monika Baer (University of Wrocław), Paul Mepschen (University of Amsterdam) & Patrick Wielowiejski (IfEE, HU Berlin)

 

20.11.18

The Politics of Life at the Margins: Truth, Power and Collective Conduct

Michele Lancione (University of Sheffield)

 

27.11.18

Doing Gender in a Refugee Camp: Politics and Ethics beyond a Subject

Čarna Brković (Kulturanthropologie/EE, Universität Göttingen)

 

4.12.18

Aus den Tiefen der Fernseharchive – eine Rekontexualisierung der Filme und Moderationen von Navina Sundaram

Merle Kröger (Berlin) und Mareike Bernien (Berlin)

 

11.12.18

Of Politics and Personhood. Considerations from Slovenia

Gretchen Bakke (IRI THESys, HU Berlin)

 

18.12.18

The Materiality of "Transition": Infrastructure as a Political Terrain in South Africa

Antina von Schnitzler (The New School, New York)

 

*10.01.19

Forced Exile as a Form of Life

Didier Fassin (Institute for Advanced Study, Princeton)

(evening lecture 18h c.t.)

 

15.01.19

On Political Refusal: Sayasat and Democratic Disavowal in Post-Revolutionary Kyrgyzstan

Madeleine Reeves (University of Manchester)

 

*22.01.19

Data natures: of Ethnographies, Troubles and Bridges (inaugural lecture/Antrittsvorlesung)

Tahani Nadim (Museum für Naturkunde und IfEE/CARMAH, HU Berlin)

(evening lecture 18h c. t., room 408, followed by reception)

 

29.01.19

The Only Game in Town? Anthropology and the Housing and Real Estate Markets in Berlin

Presentation of the MA study project

Students, Tomás S. Criado & Ignacio Farías (IfEE, HU Berlin)

 

*1.2.19

Ambivalenzen in den Verflechtungen von Migration, Gender und Care. 

Presentation of the MA study project  „Migration, Gender und Care“ during the international conference “Care – Migration – Gender. Ambivalent Interdependencies”

Students & Urmila Goel (IfEE, HU Berlin)

 (Extra! Friday, 11:15-12:45, Main Building of HU)

 

05.02.19

Beyond Swamps: Mess as Politics, Mess as Resistance.

Martin F. Manalansan

(Department of American Studies, University of Minnesota, Twin Cities)

 

Konzept  (English version below)

Wie lässt sich der politische Moment, den wir gegenwärtig durchschreiten, begreifen? „Das Ende der liberalen Demokratie“, „Flüchtlingskrise“, „Festung Europa“ oder „drohendes Staatsversagen“ sind einige der prominenten Schlagworte aktueller Debatten, die auf Eines hinweisen: Die Grundlagen und Grundbegriffe des politischen Zusammenlebens und der gesellschaftlichen Selbstverständigung sind in Bewegung geraten, teils im Verschwinden begriffen. Diese Entwicklungen fordern nicht nur den etablierten politischen Betrieb heraus, sondern auch die Begriffe und Herangehensweisen, die wir zu ihrer Analyse nutzen.

Im Zentrum dieser Vorlesungsreihe steht die Frage, welches konzeptionelles und methodisches Instrumentarium die zeitgenössische Anthropologie anzubieten hat, um den gegenwärtigen politischen Moment analytisch zu durchdringen. Welches Potenzial bietet eine Differenzierung zwischen „Politik“ und dem „Politischen“ für disziplinäre Begriffsbildung und ethnografische Forschung? Und kann es gerade durch einen ethnografischen Ansatz gelingen, die Ausblendungen hegemonialer Debatten, alternative politische Geschichten und Zukunftsvisionen oder den Alltag und die Praxen der „Namenlosen“ als konstitutive Elemente des Politischen in den Blick zu nehmen?

Wir knüpfen hiermit auch an interdisziplinäre Debatten an, in denen das „Politische“ vielstimmig als eine dem Sozialen „Form gebende Gründungsdimension“ (Marchart 2010) diskutiert wird. Demnach lässt sich das Politische als ein elementares Feld verstehen, aus dem sich Politik als institutionalisierter Ort der Machtausübung und Konfliktregulierung herausbildet, dem aber zugleich dauerhaft das Potenzial innewohnt, Zusammenleben ganz anders zu konzipieren, zu ordnen und zu gestalten. Wenn die Regelhaftigkeit des Sozialen brüchig wird oder routinierte administrative Prozesse ins Stocken geraten – etwa im Zuge von unerwarteten Ereignissen, Reibungen, Krisen oder Revolutionen – tritt das Politische deutlicher hervor und wird empirisch greifbar.

In diesen Debatten treffen unterschiedliche theoretische Perspektiven aufeinander und werden neu zueinander positioniert. So lassen sich etwas eine „assoziative“ und eine „dissoziative Traditionslinie“ (Marchart 2010) unterscheiden. In der ersten Denkrichtung wird das Politische als ein (Zwischen-)Raum der Freiheit, Versammlung und öffentlichen Erörterung, der sich im Zusammenleben immer wieder neu herausbildet, verstanden. In der zweiten Perspektive werden primär primordiale Antagonismen, erratische Machteffekte und soziale Kämpfe als die Grundelemente des Politischen betont.

Im Rahmen dieses Kolloquiums werden Bezugnahmen auf unterschiedliche Konzepte des Politischen – wie sie etwa Hannah Arendt, Alain Badiou, Chantal Mouffe, Judith Butler, Michel Foucault oder Bruno Latour entwickelt haben – in Dialog gebracht und auf ihre Brauchbarkeit für zeitgenössische anthropologische Fragestellungen diskutiert. Von Interesse sind hierbei insbesondere die ethnografischen Potenzialen, die sich aus einem jeweiligen Fokus auf das Politische ergeben. In den Vorträgen wird dieser Nexus anhand von Forschungsfeldern und konzeptionellen Interventionen zu humanitären Projekten, und Grenzregimen, dem politischen Leben von Infrastrukturen, und queer politics, Migrationsbewegungen und den zeitgenössischen Rekonfigurationen Europas ausgeleuchtet. Hierbei geht es auch um die Vermessung des kontemporären Momentes, in dem Utopien und Zukunftsvisionen abhanden gekommen scheinen. Im Zuge von Konflikten, multipler sozialer Bewegungen oder der kollektiven Beschäftigung mit „Dingen von Belang“ (Bruno Latour) tritt das Politische um so deutlicher hervor und wird zur Quelle unterschiedlicher Formen des Hoffens und Sehnens, der Mobilisierung wie auch der Ernüchterung (Dzenovska & De Genova 2018).

 

concept note

How can we make sense of the political moment we are currently traversing? “The end of liberal democracy”, “refugee crisis”, “fortress Europe” and “impending state failure” are just some of the currently circulating, prominent catch words that point to how the foundations and basic terms of political life and societal self-understanding are in a process of transformation, even disappearance. These developments pose challenges not only to the political establishment, but also to our analytical concepts and approaches.

This lecture series centres on the following questions: What conceptual and methodological equipment can contemporary anthropology offer to analytically dissect the present political moment? What is the potential of distinguishing ‘politics’ from ‘the political’ for both disciplinary concept formation and ethnographic research? And can precisely an ethnographic approach successfully take into account the blind spots of hegemonic debates, alternative political histories and visions of the future, or the everyday life and practices of those ‘without names’ as constitutive elements of the political?   

By asking these questions, we are also engaging with interdisciplinary debates that have discussed ‘the political’ as a form-giving foundational dimension of the social (Marchart 2010). The political can thus be understood as an elementary field, out of which politics as an institutional location for the exercise of power and the regulation of conflicts emerges, but which retains the potential for radically different conceptions and arrangements of living together. In the moments when the regularity of social life becomes fragile and routine, administrative procedures reach an impasse – as in the context of unexpected events, frictions, crises or revolutions – the political comes to the fore and becomes empirically palpable.

Different theoretical perspectives intersect in these debates and are repositioned in relation to each other. We might differentiate between an ‘associative’ and a ‘dissociative’ tradition (Marchart 2010). The first school of thought conceives of the political as an (intermediary) space of freedom, assembly and public deliberation, emerging from social interaction. The second perspective emphasises primordial antagonisms, erratic effects of power and social struggles as elementary principles of the political.

The colloquium will provide a space to bring into dialogue various conceptions of the political – as developed, for instance, by Hannah Arendt, Alain Badiou, Chantal Mouffe, Judith Butler or Bruno Latour – and to discuss their usefulness in relation to contemporary anthropological problems and questions. Of particular interest here are the ethnographic potentials that arise from a respective focus on the political. The papers will enquire into this nexus through conceptual interventions and research on humanitarian projects and border regimes, the political life of infrastructures and queer politics, migration movements and the current reconfigurations of Europe. Our aim is also to gauge the contemporary moment, bereft, as it seems, of progressive utopias and visions of the future. In the context of conflicts, diverse social movements or the collective preoccupation with ‘matters of concern’ (Bruno Latour), the political comes to the fore ever more forcefully as a source of different forms of hoping and yearning, mobilisation and disillusion (Dzenovska & De Genova 2018).

 

References

Jens Adam & Asta Vonderau: (Hrsg.): Formationen des Politischen. Anthropologie politischer Felder. Bielefeld 2014.

Pierre Bourdieu: Über den Staat. Vorlesungen am Collège de France 1989-1992. Berlin 2014.

Dace Dzenovska & Nicholas De Genova: Introduction. Desire for the political in the aftermath of the Cold War. In: Focaal. Journal of Global and Historical Anthropology 80 (2018), pp. 1-15.

Bruno Latour: From Realpolitik to Dingpolitik or How to Make Things Public.  In: Bruno Latour & Peter Weibel: Making Things Public. Atmospheres of Democracy. Cambridge 2005, pp. 4-31.

Oliver Marchart: Die politische Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben. Berlin 2010.

Yael Navaro-Yashin: ‘Life is dead here’. Sensing the political in ‘no man’s land’. In: Anthropological Theory, 3,1 (2003), pp. 107-125.

Johanna Rolshoven & Ingo Schneider (Hrsg): Dimensionen des Politischen. Ansprüche und Herausforderungen der Empirischen Kulturwissenschaften. Berlin 2018.

 

 

 

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2018/19 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin