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Aufstand der Prekären. Gouvernementalität, Prekarität und widerständige Praxis / Rebellion of the Precarious. Gouvernementality, Precarity and Practices of Resistance - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Q-Tutorium Veranstaltungsnummer 53860
Semester SoSe 2017 SWS 2
Rhythmus jedes Semester Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
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Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Di. 18:00 bis 20:00 wöch
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Universitätsgebäude am Hegelplatz - 3.018 Dorotheenstraße 24 (DOR 24) - (Unterrichtsraum)   findet statt     15
Gruppe 1:
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Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Ebert, Maria
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, weitere Wissenschaftliche Einrichtungen, Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien
Inhalt
Kommentar

Die Besetzung des Tahrir-Platzes in Kairo 2011, die militanten Untersuchungen der Precarias a la Deriva in Madrid, oder selbstverwaltete Sozialzentren und Kliniken in Athen und Thessaloniki: Soziale Bewegungen haben in den vergangenen Jahren verschiedenste Formen der widerständigen Selbst-Organisation angenommen, welche über traditionelle Begriffe von Widerstand hinausweisen. Der politischen Theorie Isabell Loreys zufolge reagieren diese Praktiken auf gegenwärtige Techniken der Gouvernementalität, auf ein Regieren des Prekären und durch Prekarisierung. Doch was genau bedeutet es, durch Prekarisierung zu regieren? Wie können wir gouvernementale Prekarisierung im Kontext queer_feministischer und dekolonialer Strategien analysieren und kritisieren? Wie ist widerständiges Handeln zu verstehen, das auf dem gemeinsamen Prekärsein beruht? Welche Folgen hat es, widerständiges Handeln und ungehorsame Selbst-Organisation von sozialer Reproduktion, von Care, Migration und queeren Allianzen aus zu denken?

Im Sommersemester des Q-Tutoriums werden wir uns mit Isabell Loreys Theorie der Prekarisierung, mit relevanten Theoriensätzen zu Gouvernementalität, Immunisierung, Performativität, sowie mit queer_feministischen und postkolonialen Konzepten von Agency auseinandersetzen. Im Wintersemester 2017/18 werden diese Ansätze an der Analyse verschiedener widerständiger Praktiken erprobt. Die Teilnehmenden entscheiden selbst über Gegenstand und Methode ihrer Untersuchung. Mögliches Ziel des Q-Tutoriums ist eine gemeinsame Publikation, die Impulse der Theoriearbeit und Ergebnisse der Untersuchungen zusammenführt, aufbereitet und zugänglich macht. Die Form und Ausgestaltung dieser Publikation (Essay, Fotografie, etc.) hängt ebenfalls von den Teilnehmenden des Tutoriums ab. Es ist also möglich, je nach fachlichem und persönlichem Interessensschwerpunkt an einem oder beiden Semestern der Veranstaltung teilzunehmen. Alle zentralen Texte sind auf englisch und deutsch zugänglich und die Sprache des Tutoriums hängt von der Zusammensetzung der Teilnehmenden ab.

 

 

The occupation of the Tahrir Square in Cairo in 2011, the self-organized social centers and solidarity clinics in Athens and Thessaloniki, or the militant research of Precarias a la Deriva in Madrid: In recent years, social movements have taken on various forms of disobedient self-organization, which transcend traditional concepts of resistance. Following Isabell Lorey's theory, these practices of resistance are a reaction to current gouvernement techniques, a government of the precarious and through precarization. But what does it mean to govern through precarization? How can we analyze and criticicize precarization in the context of queer_feminist and decolonial strategies? How can we understand acts of resistance and self-organization on the basis of shared precariousness? What follows, if we think agency and resistance from the perspectives of social reproduction, care, migration and queer alliances?

The first part of the Q-Tutorium in summer semester 2017 will be theory-centered. We will read and discuss Isabell Lorey's theory of precarization, as well as relevant concepts of gouvernementality, immunization, performativity, queer_feminist and postcolonial concepts of agency. During the winter semester 2017/18 we will apply these theories and concepts in the analysis of various practices of resistance. The participants will choose the interventions they investigate, as well as the methods of investigation. The Q-Tutorium may result in a publication, in which the results of the theoretical work and the investigation of practices of resistance are combined and made accessible. However, the form and design of the publication (Essays, Photography, etc.) depend on the participants of the Tutorium. It is therefore possible to participate, according to one’s disciplinary and personal interest, in either one or both of the semesters. All central texts are available in English and German, and the language of the QTutorium will depend on the participants.

Literatur

Butler, Judith (2015): Notes towards a Performative Theory of Assembly, Cambridge/London 2015

Caixeta, Luzenir: Prekarität, Care-Krise, transnationale Arrangements und die Rolle von Migrant_innen, in: Dagmar Fink, u.a. (Hg.), Prekaritat und Freiheit. Feministische Wissenschaft, Kulturkritik und Selbstorganisation, Münster 2013

Esposito, Roberto: Immunitas. Schutz und Negation des Lebens, Berlin 2004

Foucault, Michel: Subjekt und Macht, in: ders.: Schriften in vier Bänden. Dits et Ecrits, Band IV:1980-1988, Frankfurt/M. 2005

Lorey, Isabell: Die Regierung der Prekären, Wien 2012. (Engl.: State of Insecurity. Governement of the Precarious, London 2015)

Mohanty, Chandra: 'Under Western Eyes' Revisited, in: dies.: Feminism without Borders. Decolonizing Theory. Practicing Solidarity, Durham/London 2003

Precarias a la deriva (2014): Was ist dein Streik? Militante Streifzüge durch Kreisläufe der Prekarität, Wien 2014

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Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2017. Aktuelles Semester: WiSe 2018/19.
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