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Was war der Postsozialismus und was kommt jetzt? - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 51731
Semester WiSe 2016/17 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Di. 10:00 bis 12:00 wöch
Einzeltermine anzeigen
Institutsgebäude - 211 Mohrenstraße 40/41 (MO 40) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Adam, Jens , Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( POVersion: 2008 )   -  
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

"What was Socialism and what comes next?" lautete der programmatische Titel eines Buches von Katherine Verdery, das Mitte der 1990er Jahre das gesteigerte anthropologische Interesse an dem osteuropäischen Staatssozialismus, seinem Verschwinden und seinen Hinterlassenschaften illustrierte. Unter dem Schlagwort "Postsozialismus" sind seither eine Vielzahl von empirisch dichten Studien entstanden, die zum einen sehr unterschiedliche Aspekte dieses Veränderungsprozesses in den Blick nahmen und zum anderen auf einer grundsätzlicheren Ebene die Diskussionen zu den Möglichkeiten einer Ethnografie von Industriegesellschaften und deren Transformationen maßgeblich voran brachten. Die Auflösung kollektiver Formen des Wirtschaftens, die Privatisierung von Industrie und Landwirtschaft, die Re-Formierung politischer Öffentlichkeiten und Institutionen, die Versuche der Implementierung von "Demokratie", "Marktwirtschaft" oder "Zivilgesellschaft" durch externe Förderer, der Umgang mit einem umstrittenen historischen Erbe oder die Auseinandersetzungen um "Europa" bilden einige der thematischen Schwerpunkte, die in diesem Rahmen bearbeitet worden sind.

Auch wenn diese Studien fraglos das disziplinäre Verständnis von den gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Entwicklungen im östlichen Europa fraglos substanziell vergrößert haben, so hat längst eine kritische Revision dieser anthropologischen Postsozialismus-Forschung begonnen. So monieren Anthropolog_innen etwa die Fixierung des Blicks auf den einen Teil Europas, der parallele und verwobene Veränderungen des "Westens" unhinterfragt lässt. Die grundlegende analytische Brauchbarkeit des Begriffs "Postsozialismus" wird ebenso diskutiert wie sein Beitrag zur Theoriebildung innerhalb der Anthropologie oder zu unserem Verständnis global verflochtener europäischer Modernen.

Im Anschluss an diese Forschungstradition und ihre Kritik wird sich dieses Seminar aus drei Schwerpunkten zusammensetzen: Zunächst gilt es zu rekapitulieren, was den (Staats-)Sozialismus aus anthropologischer Perspektive auszeichnete. Darauf aufbauend werden anhand von ethnografischen Studien thematische Schwerpunkte und Einsichten der anthropologischen Postsozialismus-Forschung vorgestellt und diskutiert. Drittens wird es um die Suche nach - sowohl postsozialistisch als auch postkolonial informierten - Grundbegriffen und analytischen Perspektiven gehen, welche eine kritische Untersuchung aktuell auftauchender politischer (Trans-)Formationen im zeitgenössischen Europa ermöglichen.      

Literatur

 Katherine Verdery: What was Socialism and what comes next? Princeton 1996. Sharad Chari & Katherine Verdery: Thinking between the Posts: Postcolonialism, Postsocialism, and Ethnography after the Cold War. In: Comparative Studies in Society and History 2009;51 (1):6, S. 6-34. Elizabeth C. Dunn: Privatizing Poland. Baby Food, Big Business, and the Remaking of Labor. Ithaca und London 2004. Janine Wedel: Collision and Collusion. The Strange Case of Western Aid to Eastern Europe. New York 2001. Ann Stoler (Hg.): Imperial Debris. On Ruins and Ruination. Durham und London 2013. Ann Stoler, Carole McGranahan & Peter Perdue: Imperial Formations. Santa Fe 2007.    

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2016/17. Aktuelles Semester: SoSe 2020.
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