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Stadt gerechter machen: Zivilgesellschaftliches Engagement in/für Berlin - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Studienprojekt Veranstaltungsnummer 51740
Semester WiSe 2016/17 SWS 4
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Mi. 14:00 bis 18:00 wöch
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    findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Binder, Beate , Prof. Dr.
Mazukatow, Alik , MA
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( POVersion: 2008 )   -  
Master of Arts  Europäische Ethnologie Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

Berlin ist Ort und Zielpunkt sehr diverser zivilgesellschaftlicher Interventionen.  Von dieser Beobachtung ausgehend interessiert sich das Studienprojekt für Initiativen, Vereinen und Personen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Stadt bzw. das Leben in der Stadt zu verändern, (sozial) gerechter oder schlicht „besser“ zu machen. Untersucht werden soll, welche Visionen von Stadt, städtischem Leben und vom Zusammenleben in der Stadt in diesen Initiativen und Interventionen aktiviert und auf welche Weise diese mobilisiert werden. Wir werden, angelehnt an die Interessen der Beteiligten, in Form ethnographischer Fallstudien folgenden Fragen nachgehen:

Welche Vorstellungen vom Miteinander in einer (Stadt-)Gesellschaft und welche als legitim anerkannten Ansprüche leiten Diskussionen und Aktionen an? Wie beziehen sich die Akteur_innen auf Stadt, sei es als Raumgefüge, als Imaginationsraum oder sozialem Ort? Welche (geschlechtlich strukturierten) Lesarten von Stadt entwerfen sie und wie wird die Stadt im Sinne von Infrastrukturen, Verwaltung, materiellem Raum genutzt, um eigene Ziele zu verfolgen? Welche historischen Erzählungen und zukünftigen Imaginationen, materiellen wie immateriellen Ressourcen und rechtlichen Regelungen werden dabei wie verknüpft? Und welche Rolle spielen dabei unterschiedliche, miteinander verwobene soziale und geschlechtliche Differenzsysteme? In welcher Weise werden (festgeschriebenes wie gefordertes) Recht, eigene Erfahrungen und (sozialwissenschaftliches und geschlechtertheoretisches) Wissen über Stadt mobilisiert, um die eigenen Forderungen zu untermauern und voranzubringen? Welche Rechtfertigungsordnungen (Boltanski/Thevenot) werden im Agieren und Diskutieren sichtbar und welche Veränderungen und Anpassungen werden vorgenommen, wenn die Vorschläge durch verschiedene institutionelle und politische Kontexte wandern? Wie wirken Konzepte auf die politische Arbeit zurück und welche Effekte haben Prozesse der Institutionalisierung und Übersetzung in zum Beispiel Entscheidungsgremien, Verfahrensordnungen und ‚andere‘ politische Räume?

Das Studienprojekt knüpft an Konzepte und Überlegungen der Anthropologie der Moral an, wie sie von Didier Fassin und anderen vorgelegt worden sind. Fassin schlägt vor, die Vorstellungen, Ideen und Werte zu erkunden, die Praxis anleiten, und danach zu fragen, wie diese moralischen Ordnungen soziale Praxis strukturieren – oder, wie es Boltanski und Thevenot formuliert haben, welche Rechtfertigungsordnungen politisches wie zivilgesellschaftliches Handeln unterstützen. Es geht der Anthropologie der Moral nicht darum, selbst ‚moralisch‘ zu argumentieren, sondern vielmehr wird gefragt, wie und mit welchen Effekten soziale Probleme zu moralischen Fragen gemacht werden. Darüber hinaus werden wir uns mit Ansätzen aus der Rechtsanthropologie, der Anthropologie des Politischen sowie der Geschlechterforschung auseinandersetzen und diese für die Stadtanthropologie fruchtbar machen.

 

Das Studienprojekt beginnt mit Semesterstart. Doch es wäre schön, wenn Sie sich bereits vorher per Email melden, wenn Sie Interesse an der Teilnahme haben, damit wir Ihre Interessen in die Planung einbeziehen können.

Für MA EE ist das SP für den Schwerpunkt Urbane Kulturen / Urban Studies anrechenbar.

Das SP wird im MA Gender Studies für Modul 7 + Modul 9 angeboten und ist nur in diesem Rahmen zu belegen. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zu empirischem Arbeiten.

 

Literatur

Adam, Jens, Asta Vonderau (Hg.) (2014): Formationen des Politischen. Anthropologie politischer Felder. Bielefeld: Transcript.

Ewick, Patricia, Susan S. Silbey (1998): The Common Place of Law: Stories from Everyday Life. Chicago: University of Chicago Press.

Fassin, Didier (2008): Beyond Good and Evil: Questioning the Anthropological Discomfort with Morals, in: Anthropological Theory 8, 4, 333-344.

Fassin, Didier (2012): Introduction: Toward a Critical Moral Anthropology, in: Didier Fassin (Hg.): A Companion to Moral Anthropology. Malden, Oxford, Chichester: Wiley & Sons, 1-17.

Groß, Melanie (2008): Geschlecht und Widerstand. Post... / queer... / linksradikal... Königstein/Ts.: Ulrike Helmer.

Schuster, Nina (2010): Andere Räume: Soziale Praktiken der Raumproduktion von Drag Kings und Transgender. Bielefeld: Transcript.

Valverde, Mariana (2003): Law's Dream of a Common Knowledge. Princeton: Princeton UP.

Warner, Michael (2002): Publics and Counterpublics, in: Public Culture, 14, 1, 49-90.

Bemerkung

Das Studienprojekt findet im Institutsgebäude, Mohrenstraße 41, Raum 107a statt.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2016/17. Aktuelles Semester: SoSe 2020.
Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin