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"contesting&contexting SPORT" - Ethnographie und Intervention zu gender_sexuality Normierungen im System SPORT - Detailseite

  • Funktionen:
Grunddaten
Veranstaltungsart Q-Tutorium Veranstaltungsnummer 51733
Semester SoSe 2016 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mi. 12:00 bis 14:00 wöch von 20.04.2016  Institutsgebäude - 212 Mohrenstraße 40/41 (MO 40) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Grimm, Carmen
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Beifach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

THEMA: Wer die Kreation nationaler Held_innen liebt, darf sich auf das Jahr 2016 freuen. Der „heilige Rasen“ und die „goldenen Schuhe“ werden mit Hilfe eines Medienspektakels wieder einmal neue Ikonen hervorbringen. Bislang wenig thematisiert bleibt hierbei, wie der Sport wie kaum ein anderes gesellschaftliches Teilsystem Diskriminierung spürbar macht.
Der Sport entwirft und biologisiert spezifische Bilder von als leistungsfähig geltenden Körpern. Diese Bilder sind im höchsten Maße an Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität geknüpft, die maßgeblich auf dem Prinzip des heteronormativen Ausschlusses basieren.
Diese Körperpolitiken bleiben jedoch nicht unangefochten; vielmehr ist der Sport ein Feld mit divergierenden Konzepten von Gesellschaft. Seit ein paar Jahren entdecken vermehrt Aktivist_innen den Sport - nicht nur als Thema sozialer (Un-)Gerechtigkeiten, sondern auch als Bühne und leiblicher Erfahrungsraum widerständiger Bilder und queerer Solidaritäten, die über den Sport hinaus verweisen.

POSITIONIERUNG: Die zu erwartenden Proteste und Widerstände im kommenden Jahr mit seinen Sport-Spektakeln rufen auch zum wissenschaftlichen Handeln auf. Das Seminar zielt mit dem Zusammenbringen von Student_innen aus verschiedenen Fächern darauf, Sport als körperpolitisches Feld und Normierungssystem zu diskutieren und zu hinterfragen, gleichzeitig sportliche Gegenentwürfe zur konsumorientierten und nationalistischen Wettkampfenergie in den Blick zu fassen.
Dabei wollen wir unsere eigenen leiblichen (Dis-)Positionen in kritische Positionierungen zu den Sport-Events umzuwandeln und die Grenzen zwischen Wissenschaft, Aktivismus und Kunst mit Hilfe der Idee der körperlichen Bewegung/Bewegtheit auflösen.
Künstlerisch-interventionistisch (und immer auch sportlich-aktiv) positioniert sich das Tutorium und will Anknüpfungen an die Widerstände von 2014 in Sochi und Brasilien diskutieren.

Ablauf: Das Tutorium soll maßgeblich einem methodischen Dreischritt folgen und stets interdisziplinär arbeiten. Zunächst wird mittels der Kurslektüre eine gemeinsame Grundlagen für die sozialkonstruktivistischen Lesarten des Sportsystems gelegt und dieses als geschlechterrelevantes, gesellschaftlich umfochtenes und körperpolitisches Teilsystem vorgestellt. Hier werden wöchentlich Grundlagentexte zu verschiedenen Schwerpunkten erarbeitet.
Dieser theoretische Block wird dabei von einem praktisch angelegten Block begleitet, in dem zunächst Fallstudien, in denen Sport als ethnographischer Gegenstand genutzt wird, vorgestellt und diskutiert werden. Dies passiert über Lektüre, Filmscreenings oder Gastvorträge/Workshops mit Forscher_innen und Aktivist_innen. Im Fokus soll hierbei von Anfang an die Frage stehen, wie der Sport(körper) auch vom Gegenstand zur Methode übergehen kann, wie wir unseren eigenen (Sport-)Körper als methodisches Instrument in einer herrschaftskritischen Forschung nutzen können.
Mit dieser Brille der „sensory ethnography“, also der Ethnologie mit allen Sinnen und dem Körper als Werkzeug, machen sich die Kursteilnehmer_innen sodann selbst auf die Suche nach kritischen Stimmen im/zum Sport und prüfen den Sport-Aktivismus stets auf seine besondere leibliche Dimension. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Student_innen anschließend eigene Blicke auf das dann aktuelle Mega-Sport-Event Männer-Fußball-EM und werden ermutigt, ihre sportlichen (Dis-)Positionen auch mittels ihres (Sport-)Körpers darzustellen. Die Werkzeuge und Inspirationen hierfür werden in einem (Tanz/Ausdrucks-)Workshop gelegt.


PRÄSENTATION
Die Kursteilnehmer_innen ermutigt, mit ihrem eigenen Körper neue kritische Blicke auf die Mega-Sport-Events zu werfen und denselben Körper auch als Präsentationsmedium einzusetzen. Damit die Barrieren hier nicht zu hoch liegen, soll es nicht nur die Möglichkeit einer live-performativen Interpretation, sondern auch eines essayistischen Resultats geben. Beispiele hierfür könnten alternative Kommentierungen der Fußballspiele oder eine eigene Interpretation des olympischen Fackellaufes sein.
Fertiggestellt und präsentiert werden können die Ergebnisse in den Semesterferien im Rahmen der gleichnamigen 7-wöchigen Ausstellung „contes/xting sport“ in der nGbK (neue Galerie für bildende Kunst) und dem Kunstraum Kreuzberg Bethanien.

ZIELGRUPPE
Die Zielgruppe sind fortgeschrittene Bachelor- und auch Masterstudent_innen, die Interesse haben, herrschaftskritisch zu arbeiten sowie neue Methoden und Darstellungsweisen auszuprobieren, von der Analyse zur leiblichen Intervention überzugehen und die Grenzen zwischen Wissenschaft, Aktivismus und Kunst zu überwinden. Besonders bereichernd wird die Zusammenführung der Studierenden aus unterschiedlichen Disziplinen sein. Student_innen aus der Europäischen Ethnologie, den Gender Studies und Kulturwissenschaften aber auch aus den Sport- und Rehabilitationswissenschaften sollen im Tutorium willkommen sein.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2016. Aktuelles Semester: WiSe 2020/21.
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