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Hörspiele als Ethnografie? Das Ruhrgebietshörspiel als Indikator sozialen Wandels von 1960-1990 im Revier. - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 51708
Semester SoSe 2016 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mo. 10:00 bis 12:00 wöch von 18.04.2016  Institutsgebäude - 211 Mohrenstraße 40/41 (MO 40) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Stadthaus, Steffen , Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Beifach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( POVersion: 2007 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

Das Seminar findet begleitend zu der Erstellung einer von mir heraus zu gebenden Hörspiel-Anthologie statt, die 35 Ruhrgebietshörspiele aus den Radio-Archiven versammeln und Ende 2016 in Kooperation mit dem WDR erscheinen soll.
Die vom WDR produzierten Hörspiele spiegeln seit den 1950er Jahren den kulturellen Wandel des Ruhrgebiets wie nur wenige andere Medien wider: Ihr Anspruch bestand immer in der Thematisierung zeitgenössischer gesellschaftspolitischer Entwicklungen und Tendenzen der Region. Bergbauunglücke, Zechenschließungen, „Gastarbeiter“, Arbeitslosigkeit, Fußball, Pop, Altlasten und Strukturwandel ‒ all dies & vieles mehr wurde in den Hörspielen künstlerisch und ethnografisch reflektiert. Stärker als in der Literatur wurde eine innovative Formensprache entwickelt, die sich schon in den 1960er Jahren vom expressionistischen Pathos der frühen Bergarbeiterdramen emanzipierte und sich im Laufe der Jahrzehnte realistische, dokumentarische und postmoderne Erzählweisen erschloss. Das Seminar erkundet mithilfe der Hörspiele und soziologischer, kulturwissenschaftlicher und ethnologischer Sekundärliteratur den Wandel der Industrieregion im Zeitalter des Postfordismus. Diskutiert werden Themen wie Deindustrialisierung, Strukturwandel, Arbeit(slosigkeit), Freizeit, Jugenddevianz sowie die ästhetische Formensprache des Hörspiels. Angedacht ist die Realisierung von Videointerviews mit Autoren und Regisseuren.

 

Literatur

Bachmann-Medick, Doris: Writing Culture – ein Diskurs zwischen Ethnologie und Literaturwissenschaft, in: Bräunlein, Peter (Hg), Kea. Zeitschrift für Kulturwissenschaften, 1992, S. 1-20.

Ove Sutter: Kritik der Produktionsverhältnisse und entgrenzte Autorschaft im dokumentarischen Hörspiel der 1970er Jahre. In: Herlyn, Gerrit Sutter Ove (Hg.) Arbeit und Nicht-Arbeit. Entgrenzungen und Begrenzungen von Lebensbereichen, München, 2009, S. 301-315.

Schöning, Klaus: Neues Hörspiel O-Ton. Der Konsument als Produzent? Frankfurt a. M., 1974.

Dortmunder Gruppe 61. Schreibwelten. Erschriebene Welten. Zum 50. Geburtstag der Gruppe 61. Getrude Cepl-Kaufmann (Hg.), Essen, 2011.

Guido Hitze: Aufbrüche, Umbrüche, Wendepunkte. Die 1960er Jahre und der Wandel der kulturellen Identitäten an Rhein und Ruhr, in: Dortmunder Gruppe 61. Schreibwelten. Erschriebene Welten. Zum 50. Geburtstag der Gruppe 61. Getrude Cepl-Kaufmann (Hg.), Essen, 2011, S.58-67.

Arnold, Heinz-Ludwig: Dokumentarliteratur, München, 1973.

Ernst, Thomas: Von der ›Heimat‹ zur Hybridität. Die Entdeckung des Ruhrgebiets in der Literaturwissenschaft. In: Die Entdeckung des Ruhrgebiets in der Literatur. Hrsg. v. Jan-Pieter Barbian, Hanneliese Palm. Essen 2009, S. 17–37.

Schildt, Axel: Materieller Wohlstand – pragmatische Politik – kulturelle Umbrüche. Die 60er Jahre in der Bundesrepublik. In: Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in den beiden deutschen Gesellschaften. Hrsg. v. Axel Schildt, Detlef Siegfried und Karl Christian Lammers. Hamburg, 2000, S. 21–54.

Arbeiterklasse und Literatur. Dortmunder Gruppe 61. Werkkreis Literatur der Arbeitswelt.
Mit einem Essay von Urs Jaeggi. Frankfurt a. M. 1972

Das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen. Das Land und die Industrieregion im Struk-
turwandel der Nachkriegszeit, in: Jan-Piet er Barbian/Ludger Heid (Hg.), Die Entdeckung
des Ruhrgebiets. Das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen 1946-1966, Essen 1997, S. 24-
40.

Neues Bewußtsein regionaler Identität, in: Standorte. Jahrbuch Ruhrgebiet 1996/97,
Essen 1997, S. 13-17.

Sozialgeschichte der Arbeit, in: Bernd Faulenbach/Franz-Josef Jelich (Hg.), Literatur-
wegweiser zur Geschichte an Ruhr und Emscher, Essen 1999, S. 139-151.

Ein bewegtes Jahrzehnt. Strukturwandel und Sozialgeschichte des Ruhrgebiets in den
1960er Jahren, in: Marcus Gräser u.a. (Hg.), Staat, Nation, Demokratie. Traditionen
und Perspektiven moderner Gesellschaften, Festschrift für Hans-Jürgen Puhle, Göttin-
gen 2001, S. 156-176

Ruhrstadt – Historischer Hintergrund, in: Klaus Tenfelde (Hg.), Ruhrstadt – Visionen für das Ruhrgebiet, Essen 2002, S. 9-25;

Schmelztiegel Ruhrgebiet? Polnische und türkische Arbeiter im Bergbau: Integration und Ausgrenzung in der montanindustriellen Erwerbsgesellschaft, in stark erweiterte Fassung in: Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen 36 (2006), S. 7-28.

Ruhrstadt-Identität: Paradoxie der Geschichte, Versprechen der Zukunft, in: Dieter Bongert/Roland Kirchhoff (Hg.), Bericht aus der Zukunft des Ruhrgebiets. Das Jahr 2031, Bottrop 2006, S. 23-28.

 

 

 

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2016. Aktuelles Semester: WiSe 2020/21.
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