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Russisch: (Anti)HELDEN der Sowjetliteratur - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 5260109
Semester SoSe 2016 SWS 2
Rhythmus jedes Semester Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mo. 18:00 bis 20:00 wöch 18.04.2016 bis 23.07.2016  Boeckh-Haus - 542 Dorotheenstraße 65 (DOR 65) - (Musik-/Sprechunterrichtsraum)   findet statt     1000
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Frank, Susanne , Prof. Dr. phil. verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Russisch Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Russisch Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Slaw. Sprachen u. Liter. Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Slaw. Sprachen u. Liter. Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Master of Arts  Europäische Literaturen Hauptfach ( POVersion: 2008 )   -  
Master of Arts  Europäische Literaturen Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Master of Arts  Kult.Lit.Mit.-u.Osteuopas Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2015 )   -  
Master of Arts  Kult. Mit.- u. Osteuropas Hauptfach ( POVersion: 2007 )   -  
Master of Arts  Slawische Literaturen Hauptfach ( POVersion: 2007 )   -  
Programmstud.-o.Abschl.MA  Europäische Literaturen Programm ( POVersion: 1999 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Slawistik und Hungarologie
Inhalt
Kommentar

Zusammen mit dem Seminar von Andrij Portnov nimmt das Seminar seinen Ausgangspunkt bei den Studien zum „Sowjetmenschen“ von Vladimir Vojnovič, Andrej Sinjavskij und Svetlana Aleksievič: Der „Sowjetmensch“ oder „sovok“ als reales Ergebnis eines radikalen utopischen Projekts der Schaffung eines neuen Menschen. Das Seminar geht der Frage nach, wie die Literatur, die „sozialistisch realistisch“ sein sollte und von Stalin als eines der wichtigsten Instrumente der Realisierung dieses Projekts angesehen wurde, den Menschen tatsächlich dargestellt hat. Wichtige Studien haben gezeigt, dass das Programm der „Umschmiedung“ (perekovka) narrativ mithilfe eines masterplot dargestellt wurde (Clark). Andere haben die (unausgesprochene) Relevanz von Nietzsches „Übermensch“ als Vorbild des Helden der Sowjetliteratur betont (Günther). Wieder anderen ging es bei der Analyse um den Aspekt der Maskulinität und vierten um einen psychologischen Zugang, der im Menschenentwurf des Totalitarismus Masochismus diagnostiziert (Smirnov). Wie einheitlich ist die Konzeptualisierung des „neuen Menschen“ als „Held“ in der sowjetischen Literatur der 30er-70er Jahre? Wie verändert sich das Menschenbild im Lauf der Jahrzehnte? Welche Abweichungen werden in der publizierten Literatur zugelassen und welche nicht? Welche regionalen oder nationalen Varianten gibt? Gibt es sowjetische Anti-helden? U Welche (Anti-)helden wurden besonders populär? Und was passiert am und nach dem Ende der Sowjetunion – im Zusammenhang neuer literarischer Tendenzen (wie z.B. des Konzeptualismus), aber auch der nachträglichen Publikation von zuvor nicht publizierten Autoren sowie des kulturellen und politischen Bedeutungsverlusts der Literatur. Neben der Literatur wer denauch Filme berücksichtigt. Wir werden kanonische „Helden“ wie Čapaev oder Korčagin, populäre (Anti-)Helden bzw. „Trickster“ (Lipovetsky) wie Chulio Churenito, Ostap Bender oder Štirlic, aber auch die „Helden“ von nicht zum offiziellen Kanon gehörenden Autoren wie A. Platonov oder V. Šalamov in Betracht ziehen sowie post-sowjetische Auseinandersetzungen mit dem sowjetischen Menschen wie z.B. von V. Sorokin oder V. Pelevin und sie mit den o. erwähnten publizistischen und dokumentaristischen Analysen des Sowjetmenschen vergleichen.  

Literatur

Literatur zur Orientierung:

Balina, M. / Dobrenko, E. (ed.) 2011. Petrified Utopia: Happiness Soviet Style, London.

Clark, K. 2000. The Soviet Novel. History as Ritual. 3.ed. Bloomington.

Dobrenko, E. 2002. The Making of the State Writer: Social and Aesthetic Origins of Soviet Literary Culture, Standford.

Groys, B. 1996. Gesamtkunstwerk Stalin. Die gespaltene Kultur der Sowjetunion. 2.A. München.

Günther, H. 1993. Der sozialistische Übermensch. M. Gor’kij und der sowjetische Heldenmythos. Stuttgart.

Lipovetsky, M. 2011. Charms of the Cynical Reason: Tricksters in Soviet and Post-Soviet Culture, Boston.

Plaggenborg, S. 1996. Revolutionskultur. Menschenbilder und kulturelle Praxis in Sowjetrussland zwischen Oktoberrevolution und Stalinismus. Köln u.a. (Beiträge zur Geschichte Osteuropas, Bd. 21).

Smirnov, I.P. 1994. „Totalitarnaja kul’tura, ili mazochizm”, in: I.S., Psichodiachronologika: Psichoistorija russkoj literatury ot romantizma do nashich dnej, Moskva (NLO).

 

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2016. Aktuelles Semester: SoSe 2021.
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