| Kommentar |
Im Seminar werden Grundlagentexte der Literaturtheorie der 1910-30er Jahre gelesen, Haupttendenzen (Formalismus, soziologische (vulgär)marxistische Literaturtheorie, Rezeptionsästhetik, Modelle der Literaturgeschichte) herausgearbeitet und regionale Entwicklungen in Russland und in der Ukraine miteinander verglichen. Dabei geht es auch darum herauszufinden, welche Rolle die Herausbildung regionaler Schwerpunkte in der allgemeinen Entwicklung spielten, warum manche Artikel und Bücher auf Ukrainisch oder Jiddisch publiziert wurden, welche Leserkreise mit literaturtheoretischen und -kritischen Publikationen addressiert wurde und welche politischen Werte und Ziele mit Literaturtheorie verbunden waren. Sofern wir uns mit Konzepten der Literaturgeschichte beschäftigen, wird es auch darum gehen, nach den nation-building-Strategien der Literaturtheorie zu fragen und danach, wie nationale Literaturgeschichte mit Konzepten von "Weltliteratur" verbunden wurden. Spezielle sprachliche Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt, da wir uns mit übersetzten Texten beschäftigen werden. Aber Kenntnisse des Russischen, Ukrainischen und Jiddischen sind höchstwillkommen! |