Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt elektronisch über das AGNES-Portal.
Die Idee, historisches Wissen in strukturierter, maschinenlesbarer Form abzubilden, ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Anliegen der Digital History geworden. Knowledge Graphen und das Semantic Web bieten hierfür ein mächtiges methodisches und theoretisches Fundament: Sie ermöglichen es, komplexe historische Beziehungsgeflechte explizit zu modellieren, neue Verbindungen sichtbar zu machen und Informationen aus unterschiedlichen Quellen interoperabel zu verknüpfen. Zugleich bilden sie ein wichtiges Gegengewicht zu generativen KI-Verfahren und eine notwendige Ergänzung zu diesen, da sie auf präziser, expliziter Wissensrepräsentation statt probabilistischer Textproduktion beruhen.
Im Seminar werden wir uns mit den theoretischen Grundlagen symbolischer KI, dem Aufbau und der Logik von Ontologien sowie den Prinzipien der Wissensrepräsentation beschäftigen. Dabei reflektieren wir zentrale Fragen: Wie lässt sich historisches Wissen formal abbilden, ohne seine Vielschichtigkeit zu verlieren? Welche Chancen und Grenzen bergen maschinenlesbare Formate für die Geschichtswissenschaften? Und wie verändern sich dadurch unsere Perspektiven auf historische Quellen und Fragestellungen?
Das Seminar richtet sich an Studierende, die ein vertieftes Verständnis für die Verbindung von geisteswissenschaftlicher Methodik mit formalen, datenbasierten Ansätzen entwickeln möchten. Es verbindet konzeptionelle Überlegungen mit methodischen Einblicken und legt dabei besonderen Wert auf eine kritische Reflexion der eigenen Forschungspraxis.
Die parallele Teilnahme an der Übung “Knowledge Graphen, Semantic Web und historisches Wissen. Symbolische KI für die Geschichtswissenschaften – Praxis am Beispiel der Heraudica-Datenbank zu mittelalterlichen Herolden” wird dringend empfohlen, da dort die im Seminar entwickelten theoretischen Konzepte direkt praktisch erprobt und umgesetzt werden.
Ausgleichsberechtigte Studierende wenden sich zur bevorzugten Platzvergabe per E-Mail mit einem Nachweis der Ausgleichsberechtigung an die Studienkoordinationsstelle Geschichte. Ausschlussfrist für die Geltendmachung von Ausgleichsberechtigungen ist der letzte Tag der zentralen Frist, 16 Uhr. Textnachrichten in AGNES werden hingegen nicht gelesen!
Die Veranstaltung wurde 4 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2025/26 gefunden: