In Zeiten großer politischer Umwälzungen steigt die Relevanz von medialer Information rasant. Wer erzählt was, wie und mit welchem Ergebnis? Zwischen der Schnelllebigkeit von sozialen Medien und der Vergänglichkeit tagesaktueller News erfährt das dokumentarische Erzählen einen besonderen und in dieser Form noch nicht dagewesenen Zulauf.
In diesem Seminar erforschen wir Sound als Medium zur Kommunikation im Kontext des dokumentarischen Erzählens. Welche besonderen Möglichkeiten bieten uns Audio-Dokumentationen, um Wissen zu vermitteln? Wie kann der gezielte Einsatz von Sound die Wahrnehmung der Hörer*innen beeinflussen?
Theoretisches Grundlagenwissen zum Aufbau von Geschichten und die Analyse von Hörstücken bilden den Rahmen dieses Seminars. Dann geht es an die praktische Entwicklung einer eigenen Geschichte. Hierbei liegt der Fokus auf persönlichen, authentischen Geschichten. Ihnen wohnt ein besonderes Potential inne – sie bieten Raum zur Identifikation, machen komplexe Zusammenhänge verständlich und andere Lebenswelten erfahrbar. Im Mikrokosmos eines individuellen Moments spiegeln sich die großen Themen von Politik und Gesellschaft. Im Seminar loten wir Fragen aus: Wie erkenne ich das Potential einer Geschichte? Wie setze ich ihr akustisches Potential bestmöglich um? Welche Interviewtechniken können helfen, ein authentisches Interview aufzuzeichnen? Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Potential von Sound und dessen Möglichkeiten, Stimmungen und Räume akustisch abzubilden. Welchen Einfluss haben Rhythmus und Mikrofonierung auf ein Hörerlebnis? |