Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager erreichte um die Jahreswende 1944/45 seine größte Ausdehnung. Hunderttausende Menschen aus ganz Europa waren im gesamten deutschen Einflussgebiet in Lagern, Nebenlagern und Arbeitskommandos inhaftiert. Diese Entwicklung stand in engem Zusammenhang mit Kriegswirtschaft und Besatzungspolitik sowie den deutschen Verfolgungs- und Repressionsmaßnahmen. Im Seminar soll das expandierte KZ-System in diesen Kontexten untersucht und anhand von ausgewählten Fallbeispielen erschlossen werden. Folgende Themenkomplexe werden dabei fokussiert:
- die deutsche Besatzungspolitik
- die Deportation von Häftlingsgruppen und die transnationale Häftlingsgesellschaft
- Rüstungswirtschaft und Zwangsarbeit
- die Spätphase des Holocaust und die Transporte jüdischer Häftlinge ins sogenannte Altreich
- die deutsche Gesellschaft und das expandierte Lagersystem
Teil der Lehrveranstaltung ist eine Exkursion in die Gedenkstätte Lieberose in Jamlitz. Teilnehmende haben außerdem die Möglichkeit, im Februar 2024 an einer internationalen Konferenz zum Thema in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu partizipieren. |