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Ikonischer und affektiver Wortschatz gestern und heute - Detailseite

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  • Online Belegung noch nicht möglich oder bereits abgeschlossen
Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 5220085
Semester WiSe 2020/21 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich Zentrale Frist    01.07.2020 - 28.10.2020   
Veranstaltungsformat Digital

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mi. 14:00 bis 18:00 14tgl.   Lühr findet statt     30
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Lühr, Rosemarie , Prof. Dr. verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Historische Linguistik Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Master of Arts  Historische Linguistik Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2018 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät, Institut für deutsche Sprache und Linguistik
Inhalt
Kommentar

Den Wörtern mit deskriptiver Bedeutung steht das ikonische und affektive Vokabular gegenüber. Im Falle von Ikonizität ist eine Similaritätsbeziehung zwischen sprachlichen Zeichen einerseits und Konzepten andererseits gegeben. Von den unterschiedlichen Formen werden Phonästheme behandelt: „Phonaesthemes [...] are frequently recurring sound-meaning pairings that are not clearly contrastive morphemes.“ (Bergen 2004: 290). Ein deutsches Phonästhem ist /‑ᴐpf/ in Hopf(en), Knopf, Kropf, Propf(en), Schopf, Stopf(en), Topf, Tropf(en), Zopf, Wörter die alle das semantische Merkmal ,rundlich‘ aufweisen, teilweise auch das Merkmal ,büschelartig‘ (Frikke 2010: 77). Zu den ikonischen Wörtern gehören auch affektive Wörter des Typs engl. piss gegenüber pee. Denn Wörter mit kurzen Vokalen und zischenden Sibilanten zeigen einen höheren Grad von Arousal (Grad der Aktivierung des zentralen Nervensytems), hier negative Assoziationen. Da die Kommunikation von Affekten als ein primäres Merkmal der menschlichen Kommunikation gilt, können sich also Affektivität und Ikonizität gegenseitig bedingen (Aryani et. al. 2018). Ein Beispiel sind ferner Wörter mit *gg, dd, bb im Nord- und Westgermanischen; vgl. kindersprachliches anord. krobbi ,Körper‘. Derartige Geminaten werden auch lautgesetzlich erklärt, doch liegt die Annahme von Phonästhemen näher, was zu überprüfen ist.

 

In welcher Weise ein Zusammenhang und Ikonizität und Affektivität besteht, soll in der Veranstaltung anhand von einschlägigen Wörtern aus dem heutigen Deutsch oder älteren Sprachstufen mit Hilfe von Online-Wörterbüchern untersucht werden. Für die Bestimmung des Grades von Arousal stehen Ressourcen wie die Berlin Affective Word List und Affective Norms (Stuttgart) zur Verfügung. Eine Aufgabenstellung (Moodle) mit einem theoretischen und praktischen Teil (Wortanalysen) erfolgt alle 14 Tage (Beginn 4.11.).

Literatur

Aryani A., Conrad M., Schmidtke D., Jacobs A. (2018): Why ‚piss‘ is ruder than ‚pee‘? The role of sound in affective meaning making. PLoS ONE 13 (6): e0198430.

Bergen, Benjamin K. (2004): The psychological reality of phonaesthemes. Language 80,2: 291-311.

Fricke, Ellen (2010): Phonaestheme, Kinaestheme und multimodale Grammatik. Sprache und Literatur 41: 69–88.

Lühr Rosemarie (1988): Expressivität und Lautgesetzt im Germanischen. Heidelberg: Winter.

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2020/21 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin