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Ruinen: Ästhetik, Politik, Ökonomie zwischen Zerstörung und materiellem Erbe - Detailseite

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer Ü51709
Semester SoSe 2020 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus nicht digital, verschoben auf Wintersemester 2020/21  Freigegeben  Sprache deutsch-englisch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich ÜWP: Zentrale Frist    01.02.2020 - 30.04.2020    aktuell
Beschreibung :
Falls Sie in den Belegungsinformationen zu dieser Lehrveranstaltung (Meine Veranstaltungen) nach dem 08.04.2020 noch den Status "AN" bzw. "angemeldet" sehen, dann wurden Sie auf einer Nachrückerliste vorgemerkt. Bitte fragen Sie bei den jeweiligen Dozentinnen bzw. Dozenten, ob Plätze in der LV bereits zur Verfügung stehen bzw. bitten Sie - falls Sie bereits teilnehmen - darum, den Status der Belegung zu ändern. Sie tun das am besten per Mail an die Einrichtungsadministratoren mit Kopie an die Dozenten der LV.
Die Anmeldung ist grundsätzlich bis zum 30.04.2020 möglich. Eine Zulassung kann nur entsprechend der verfügbaren freien Plätze erfolgen.

Termine

Gruppe 1 iCalendar Export iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
iCalendar Export Do. 10:00 bis 12:00 wöch Institutsgebäude - 408 Mohrenstraße 40/41 (MO 40) - (Unterrichtsraum)   fällt aus    
Gruppe 1:


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
von Bieberstein, Alice , Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2017 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Europäische Ethnologie Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2017 )   -  
Prüfungen / Module
Prüfungs- bzw. Modulnummer Modul
12000 Überfachliches Wahlpflichtmodul

Prüfungsformen:
PT Projekttutorien, M mündlich, S schriftlich, KL Klausur, HA Hausarbeit, B Bachelorarbeit, MT Masterarbeit, P Praktikum, FS Forschungsseminar, MP Modulabschlussprüfung, PS Proseminar, EX Exkursion, ME Mündliche Prüfung und Expose
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

Es mag zunächst offensichtlich sein, worauf das Wort ‚Ruine’ verweist. Kulturgeschichtlich beladen wird der Begriff in der Regel mit den Überresten von imposanten, aus einer anderen Zeit stammenden und mittlerweile verfallenen Bauwerken assoziiert, die zudem eine bestimmt ästhetisch und affektive Erfahrung ermöglichen (Ehrfurcht, Vergänglichkeit, etc.). Dieses Verständnis reflektiert eine bestimmte, vor allem aus der Romantik stammende, westlich-bürgerliche Genealogie, die wir in diesem Seminar zunächst näher betrachten werden, um dann aus ihr auszubrechen. Denn es stellt sich natürlich die Frage: wann nehmen wir etwas als Ruine war und wann nicht? Wo und wie wird etwas zu einer Ruine? Wann bleibt es Schutt und Geröll, wann bleibt oder wird es (sichtbarem oder unsichtbarem) Lebensraum? Und was ist mit der Zerstörung der Natur? Was für politische und wirtschaftliche Perspektiven und Möglichkeiten ergeben sich aus den verschiedenen Wahrnehmungen und Definitionen? Und mit welchem Maßstab wollen wir arbeiten und wie differenzieren, wenn Zerstörung mittlerweile planetarisch ist?

Findet im Rahmen des normalen Lehrprogrammes am Institut für Europäische Ethnologie statt, ÜWP Studierende können zusätzlich teilnehmen.

 

Wir wollen in diesem Seminar also einerseits unsere Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten hinterfragen und uns ein Grundverständnis von relevanten Begriffen erarbeiten (z.B. Nostalgie). Andererseits wollen wir Prozesse der Zerstörung und des Verfalls in den Blick nehmen, die vielfältig ‚natürlich’ oder politisch und wirtschaftlich motiviert sein können. Nicht nur zielt politische (koloniale) Gewalt auch immer wieder auf die Zerstörung von Infrastruktur und Lebensräumen. Auch der Kapitalismus lebt von der Schaffung vermeintlich leerer und ruinöser Räume, die für die Wertschöpfung mobilisiert werden können. Wirtschaftliche Zyklen und Spekulationsblasen äußern sich materiell in der Form von Industrie- und Investitionsruinen. Als zerstörte Zukunftshoffnungen laden sie zudem dazu ein, die Temporalität solcher Orte und Strukturen in ihrer Komplexität zu analysieren. Die Frage der Temporalität stellt sich auch für Heritage-Diskurse und Praktiken, bei denen sich generell eine Abwendung vom Dogma der Konservierung hinzu einem Ansatz des ‚curated decay’ (DeSilvey 2017) abzeichnen lässt. Ein weiteres Thema wird die Wissensproduktion auf der Grundlage von Ruinen für Kämpfe um Gerechtigkeit sein (Stichwort ‚Forensic Architecture’).

 

Die Lektüre ist vorwiegend Englisch.

Literatur

Laura Ann Stoler (2013) Imperial Debris; Gaston Gordillo (2014) Rubble; Eyal Weizman (2012) Forensic Architecture; Shannon Lee Dawdy (2016) Patina: A Profane Archaeology; Caitlin DeSilvey (2017) Curated Decay; Tim Edensor (2005) Industrial Ruins; Julia Hell & Andreas Schönle (2010) Ruins of Modernity; George Steinmetz (2008) Harrowed landscapes.

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2020 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin