AGNES -
Lehre und Prüfung online
Studierende in Vorlesung
Anmelden

Fremde im eigenen Land – jüdische Figuren in der skandinavischen Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts - Detailseite

  • Funktionen:
  • Online Belegung noch nicht möglich oder bereits abgeschlossen
Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 5230084
Semester SoSe 2020 SWS 2
Rhythmus Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich Zentrale Frist    01.02.2020 - 14.04.2020   
Beschreibung :
Die Einschreibfrist hat sich verändert? -
Beachten Sie bitte, dass aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Coronavirus der Beginn der Vorlesungszeit auf den 20.04. verschoben wurde. Bitte besuchen Sie regelmäßig die Website Ihrer Fakultät bzw. Ihres Institutes und natürlich AGNES, um das zusätzlich geschaffene digitale Lehrangebot nicht zu verpassen!
Wichtige Änderungen

Studierende müssen sich bis zum 1. April mit einer Mail an skanfen-e-master@uni-koeln.de anmelden. Bitte in der Mail das Heimatinstitut angeben!

Veranstaltungsformat keine Angabe
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Skandinavistik/Nordeuropa Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät, Nordeuropa-Institut
Inhalt
Kommentar

Möchtest du mehr über jüdische Figuren sowie mit dem Judentum verbundene Stereotype und deren Funktionen in der skandinavischen Literatur des 19. Jahrhunderts erfahren? Interessieren dich die geschichtlichen Hintergründe und außerliterarischen Diskurse (z.B. über die Rechte von Juden in den skandinavischen Ländern)?

Stefanie von Schnurbein hat 2004 in einem grundlegenden Artikel gezeigt, dass ab ca. 1820 jüdische Figuren in der dänischen Literatur eine wichtige Stellung einnehmen. Ihre These ist, dass die Juden mit der Konsolidierung eines liberalen Bürgertums im 19. Jahrhundert zum Testfall der eigenen Liberalität wurden: Anhand der ‚Fremden im eigenen Land‘ verständigte man sich im Medium der Literatur darüber, wie man es mit Idealen wie Toleranz und Gleichberechtigung hielt.

Im Seminar sollen auch die historischen Hintergründe und die außerliterarischen Diskurse (z.B. über die Rechte von Juden in den skandinavischen Ländern) für den Auftritt jüdischer Figuren beleuchtet werden. Im Zentrum stehen Erzähltexte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts, die unter anderem in Hinblick auf Stereotype und deren Funktionen untersucht werden sollen. Dabei geht es auch um die Frage nach dem mehr oder weniger subtilen Antisemitismus der Darstellungen.

Behandelt werden unter anderem:

Hans Christian Andersen: Kun en Spillemand (1837, Roman/Auszüge)

Henrik Wergeland: Indlæg i Jødesagen (1841), Jødesagen i det norske Storthing (1842)

Meir Aron Goldschmidt: En Jøde (1846, Roman), Avrohmche Nattergal (1871, Erzählung)

Henrik Pontoppidan: Lykke-Per (1898-1904, Roman/Auszüge)

 

Feste Meeting-Zeiten:

In diesem E-learning-Seminar wird es feste Chat-Zeiten geben, die für alle Teilnehmer*innen verbindlich sind. Arbeitsaufgaben und Texte werden über die online-Plattform ILIAS zur Verfügung gestellt.

Gemeinsamer Studierendenworkshop

Ziel ist die Erarbeitung von Kurzvorträgen für einen gemeinsamen Studierendenworkshop, an dem neben den Teilnehmer*innen auch Gäste teilnehmen. Der Workshop findet voraussichtlich am Freitag, 19. Juni, in Freiburg statt.

Studienleistung:

Aktive und regelmäßige Teilnahme am Seminar (regelmäßiger Chat, e-learning-Module) und Kurzvortrag beim Studierendenworkshop. Im Anschluss können die Kurzvorträge zu Hausarbeiten ausgearbeitet werden.

 

Prüfungsleistungen:
BA-Studierende: Hausarbeit (18-20 Seiten) für den Erwerb von 8 ECTS

MA-Studierende: Hausarbeit (25-30 Seiten) für den Erwerb von 10 ECTS

Andere ECTS-Zahlen können in Absprache mit dem Seminarleiter erworben werden.

Literatur

Brandenburg, Florian. „‚At Orientaleren skal tale som Orientaler…‘ Zur Problematik von Form und Funktion ‚Jüdischen Sprechens‘ in M. A. Goldschmidts En Jøde (1845/52)“. European Journal of Scandinavian Studies 44, Nr. 1 (2014): 103–26.

Krobb, Florian. „Was bedeutet literarischer Antisemitismus im 19. Jahrhundert? Ein Problemaufriss“. In Literarischer Antisemitismus nach Auschwitz, herausgegeben von Klaus-Michael Bogdal, Klaus Holz, und Matthias N. Lorenz, 85–102. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2007.

Räthel, Clemens. Wie viel Bart darf sein? Jüdische Figuren im skandinavischen Theater. Tübingen: Narr Francke Attempto, 2016.

Schiedermair, Joachim. „Nordischer Klang 2013: Judentum in skandinavischer Literatur“. European Journal of Scandinavian Studies 44, Nr. 1 (2014): 85–89.

Schnurbein, Stefanie von. „Darstellungen von Juden in der dänischen Erzählliteratur des Poetischen Realismus“. Nordisk Judaistik - Scandinavian Jewish Studies 25, Nr. 1 (2004): 57–78.

———. „Literarischer Antisemitismus bei Knut Hamsun und Henrik Pontoppidan: zwei Varianten mit unterschiedlicher Tendenz“. European Journal of Scandinavian Studies 44, Nr. 1 (2014): 90–102.

 

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2020 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin