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Julia Kristeva. Feminismus zwischen Psychoanalyse, Fiktion und Spiritualität - Detailseite

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 5240380GS
Semester SoSe 2026 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich Zentrale Frist    01.02.2026 - 08.04.2026   
Zentrale Abmeldefrist    01.02.2026 - 30.09.2026    aktuell
Wichtige Änderungen

Bitte die aktuelle Zeit und den Raum unter dem Originaleintrag 5240380 prüfen 

Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Do. 16:00 bis 18:00 wöch     findet statt     10
Gruppe 1:


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Bengert, Martina, Professorin, Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Geschl.stud./Gender Stud. Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Programmstud.-o.Abl.MA  Geschl.stud./Gender Stud. Programm ( POVersion: 1999 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien
Inhalt
Kommentar

Die bulgarisch-französische Psychoanalytikerin, Semiotikerin, Poststrukturalistin, Feministin, Schriftstellerin und Literaturtheoretikerin Julia Kristeva (*1941) setzt sich in ihrem Schaffen konsequent über Disziplinengrenzen hinweg und ist genau deshalb so wertvoll für unser gegenwärtiges (akademisches) Denken. Denn zunehmend scheint es darum zu gehen, die Zonen der Überlagerung, des Zwischen, der Übersetzung und Transformation navigieren zu lernen, um sich in dieser Welt und diesem Kosmos noch irgendwie zurecht zu finden. Gleichzeitig bleiben alte Themen, die die Menschen schon Jahrtausende begleiten, als Unbegreiflichkeiten bestehen: Liebe, Sinn, Religion, Tod. Der Sprache kommt dabei eine tragende Rolle zu, da sie sowohl die Begrenzung des Denkens zeigt, als auch eine der wenigen wirklichen Möglichkeiten ist, zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit zu vermitteln, also Sinn zu stiften, das Verstehen zu erweitern, indem sie fiktionale und andere Möglichkeitsräume eröffnet.

In diesem Masterseminar werden wir daher mit Julia Kristeva Räume des Sprachlichen erkunden. Hierzu gehört eine Beschäftigung mit ihren Grundbegriffen der Psychoanalyse (Semiotisches, Symbolisches, Abjektion, Subjetkonstitution, Projektion, Narzissmus, etc.), mit zentralen literaturtheoretischen Konzepten Kristevas (sie hat den Begriff der Intertextualität und der Polyphonie wesentlich geprägt sowie eine Theorie der poetischen Sprache entworfen), aber auch mit exemplarischen literaturkritischen (z.B. zu Marcel Prousts Recherche) sowie literarischen Texten (z.B. ihr Roman über die Mystikerin Teresa von Avila). All unsere Seminarlektüren werden dabei durchzogen von zwei Perspektiven, die für das Verständnis von Kristevas Schreiben in ihrer Wichtigkeit kaum zu unterschätzen sind: Feminismus und Spiritualität.

Während Julia Kristeva als polarisierende französische Differenzfeministin bekannt ist, die einerseits die feministische Theoriebildung maßgeblich prägte, und andererseits sich selbst immer wieder vom Feminismus distanzierte, werden ihre zahlreichen Auseinandersetzungen mit abendländischen Mystiker*innen, ihre Gedanken zur Notwendigkeit des Glaubens und der literarischen Fiktion weitaus weniger beachtet. Erst in dieser Zusammenschau aber, so die zu untersuchende Leitidee unseres Seminars, lassen sich ihre psychoanalytischen, gendertheoretischen und literaturwissenschaftliche Theoreme wirklich in der gesamten kulturwissenschaftlichen Tragweite nachvollziehen.

Ziel des Seminars ist es – durch die Erarbeitung der eben beschriebenen Dimensionen des Sprachlichen in Kristevas Werk –, insbesondere für Studierende der Literaturwissenschaften /Romanistik und der Gender Studies zentrale geisteswissenschaftliche Denkwerkzeuge bereitzustellen, die für das Arbeiten an und mit Texten hilfreich sind: Praktiken der Segmentierung von Texten, Verfahren des close reading, Erarbeitung und Erprobung von zentralen Theoriebegriffen, Thesenbildung und Argumentation, vernetztes und situiertes Denken.

Blocksitzungen:

 

- Freitag, 17.4.26: 12-14 Uhr: Kennenlernen, Organisation (Zoom)
- Freitag, 8.5.26: 10-14 Uhr: Person, Kontext, Werk, wichtige Begriffe (Zoom)
- Freitag, 19.6.26:  10-18 Uhr, Block 1 (Uni Potsam)
- Freitag, 10.7.26: 10-18 Uhr, Block 2 (HU Berlin)

 

Neben den Blocksitzungen ist eine Veranstaltung mit dem Museum Barberini in Potsdam geplant.

Bemerkung

Für die Teilnahme am Seminar sind Lektürefähigkeiten des Französischen wichtig, da möglichst nah an den Originaltexten gearbeitet werden soll. Grundsätzlich soll das Seminar aber allen Interessierten offenstehen – Lösungen lassen sich in der Regel immer finden.

Prüfung

M4: Hausarbeit, Portfolio oder Mündlich

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin