Scheitern gilt als etwas, das es zu vermeiden gilt – als Endpunkt, als Niederlage. Doch was, wenn Scheitern nicht das Gegenteil von Fortschritt ist, sondern seine Voraussetzung? Ausgehend von Simone de Beauvoirs Verständnis des Scheiterns als notwendigem Bestandteil menschlicher Existenz fragt das Seminar nach dessen transformativem Potenzial: Welche Dimensionen des Scheiterns lassen sich beobachten? Wie kommt es dazu? Woran wird dies bemessen? Wie materialisiert sich das Scheitern in politischen Kämpfen? Was lässt sich aus ihm lernen? Im Mittelpunkt steht die kritische Auseinandersetzung mit Erfahrungen des Scheiterns progressiver politischer Bewegungen – nicht als bloße Niederlagen, sondern als Momente, in denen sich neue Perspektiven, Strategien und Formen von Veränderung eröffnen können. Anhand intensiver Lektüre und gemeinsamer Diskussionen untersucht das Seminar, ob und unter welchen Bedingungen Scheitern tatsächlich zu gesellschaftlicher Transformation führen kann.
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