„Viele Verletzungen und Schädigungen – wie die Zerstörung von Kulturgütern in kolonisierten Gebieten, durch Kriegserlebnisse erzeugte Traumata oder die Folgen des Klimawandels – können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Solche Beschädigungen und ihre Unwiderruflichkeit setzen häufig komplexe Aushandlungsprozesse in Gang, die zu einer Veränderung kultureller Selbstverständnisse und neuen Entwürfen von Lebenswelten führen können. Sie werfen die Frage danach auf, wie trotz der Erfahrung einer Vergangenheit, die von Gewalt, Unrecht oder der Zerstörung natürlicher Umwelten geprägt ist, eine für alle lebbare Zukunft geschaffen werden kann. Ökonomische und juristische Kompensationen sind zwar oft eine Bedingung zur Aufhebung entstandener asymmetrischer Situationen und Strukturen. Die bleibenden Verletzungen in den Menschen und die Schäden in ihren Lebenswelten können jedoch zumeist nur in kulturellen und sozialen Praktiken bearbeitet werden.“
Ausgehend vom Forschungsprogramm des Käte Hamburger Kollegs CURE und mit Fokus auf Texte aus dem und/oder über das frankofone Afrika wird im Seminar danach gefragt, inwieweit sich Literatur, also mündliches und schriftliches Erzählen, Lyrik, (Sprach-)Rituale, Theater etc. als kulturelle Praktik der Reparation verstehen lässt und welche theoretischen Zugänge sich für die Beschreibung dieser Praktik eignen.
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