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Zur Kulturgeschichte des Waldes. Mythos, Natur/Kulturraum und Grenze des (Über)Lebens - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 532870GS
Semester SoSe 2026 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Wichtige Änderungen

Aktuelle Raum- und Zeitangaben bitte im Originaleintrag 532870 prüfen

Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Mi. 10:00 bis 12:00 wöch     findet statt     10
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Bruns, Claudia , Prof. Dr. phil.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Geschl.stud./Gender Stud. Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Programmstud.-o.Abl.MA  Geschl.stud./Gender Stud. Programm ( POVersion: 1999 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien
Inhalt
Kommentar

Der Wald ist für die meisten der Inbegriff von Natur. Scheinbar unwandelbar symbolisiert der Wald die „wilde“ Gegenwelt zur „Zivilisation“, markiert er die äußere Begrenzung des Geltungsbereichs von Kultur. Und doch sind Naturorte immer auch Orte sozialer Verkörperungen: Der undurchdringliche, sumpfige Wald galt lange als weiblich codierter Raum von „Hexen“. Der deutsche Wald repräsentierte aber auch das nationale Kollektiv: Der Jäger als (kolonial/nationale) Figur der Männlichkeit tritt in ihm als Instanz der Kontrolle, Beruhigung und Ermächtigung auf und löst nach 1945 den „soldatischen Mann“ ab, dessen „Zähmung“ er zugleich repräsentiert.

     In der Gegenwart verkörpern Bilder brennender „Urwälder“ die Konflikte um Extraktivismus, Kolonialismus und Neoliberalismus; verweisen auf eine menschengemachte Apokalypse, die überdies das hoch emotionale und dennoch kolonialistische menschliche Verhältnis zu „Wildtieren“ berührt. Auch die sog. „Schädlingsbekämpfung“ im Wald ist ein Ort des Politischen, indem bestimmt wird, wer in den Wald (bzw. die Nation) eindringen darf und wer zu den „Feinden“ zählt. In ähnlicher Weise überträgt die Unterscheidung zwischen „Heimischem“ und das „Artfremdem“ rassistische Stereotype auf Naturphänomene. – Im Seminar gehen wir somit den vielen sich im Laufe der Geschichte stark verändernden „Bild- und Erfahrungsräumen“, Symbolpolitiken und Phantasmen nach, die das Natur/Kulturphänomen „Wald“ umgeben. Es geht um eine Geschichte „der Natur“ die sich als eine Geschichte „der Kultur“ lesen lässt, welche zu einer kritischen Reflexion unserer Beziehung zur Natur und eines allzu simplen Bildes, das wir uns von der Natur/Kultur-Differenz machen, einlädt.

Prüfung

MA M3 + M5: Hausarbeit, mündlich

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin