Diese somatische Forschungswerkstatt macht Raum für kritisch-verkörperte Auseinandersetzungen mit Praktiken des Wissens und der Wissensporduktion über und als Körper. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit somatischen Ansätzen und Methoden (z. B. Embodied Reading and Writing) werden wir der Frage nachgehen, inwiefern sich diese in akademische Forschungs- und Schreibpraxis integrieren lassen. Unterschiedliche „Körpergeschichten“ laden dazu ein, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, auf welch gewaltsame Weisen „wissende Körper“ - insbesondere an den Schnittstellen von Kolonialismus, Rassifzierung, Gender und Sexualität - unterdrückt, diszipliniert und ausgelöscht wurden und werden. Schwarze, Queer of Color und trans*femme Perspektiven auf und als Körper werden dazu anregen, (akademische) Wissensproduktion auf praktische, epistemologische und politische Weisen zu befragen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf somatischen Praktiken und (verkörperten) Schreibübungen.
Becker, Lia. 2024. “Schnitte durch die zweite Haut. Über Gender-Gewalt und Heilung, Klasse und trans* feministische Allianzen.“ In BITE BACK! Queere Prekarität, Klasse und unteilbare Solidarität, edited by Lia Becker, Atlanta Ina Beyer and Katharina Pühl. Edition Assemblage.
Boncori, Ilaria, Deborah N. Brewis, Emmanouela Mandalaki and Noortje van Amsterdam. 2024. “Embodied Writing.“ Culture and Organization, 30(3): 221-229, DOI:10.1080/14759551.2024.2317049.
Menakem, Resmaa. 2021. My Grandmother’s Hands: Racialized Trauma and the Pathway to Mending Our Hearts and Bodies. [UK:] Penguin Books.
Ein Hinweis zur Sprache: Die gemeinsame Kurssprache ist Deutsch. Die vorbereitenden Texte sind auf Deutsch und Englisch. Spezifische Konzepte werden, aufgrund begrifflicher Schärfe, ggf. auf Englisch vermittelt. Redebeiträge auf Englisch sind jederzeit willkommen. Andere Sprachen sind, vor allem im Kontext von Schreibübungen, jederzeit willkommen. Je nach Bedarf können gemeinsam multilinguale Verständigungspraktiken etabliert werden.
Ein Hinweis zum Inhalt: Ziel dieses Seminars ist es, Körpergeschichten auf verkörperte Weisen zu erforschen. Damit geht auch die Auseinandersetzung mit Gewalt, Verletzungen und Traumata einher. Zu jeder Sitzung/ jedem Text gibt es daher Inhaltshinweise, sodass Studierenden entscheiden können, ob und wie die Auseinandersetzung mit dem bereitgestellten Material stimmig sein kann. Zu Beginn des Seminars werden wir gemeinsam einige Vereinbarungen darüber treffen, wie wir diesen Raum teilen und mit „emotionalem Material“ im Unterricht umgehen wollen. Studierende lernen auch einige „somatische Werkzeuge“ kennen, mit denen sie sich selbst und einander unterstützen können, wenn intensive Gefühle aufkommen.
ohne MAP
Die Veranstaltung wurde 3 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden: