Die Vorlesung hat zum Ziel, eine Einführung in die Dichtung Hispanoamerikas zu geben, die über die literaturgeschichtliche Kanonisierung hinaus mikromediale und performative Formen in den Blick nimmt sowie das vom Surrealismus geprägte Genre des Poesiefilms vorstellt.
Der Fokus liegt auf dem 20. und 21. Jahrhundert; Startpunkt sind die historischen Avantgarden, angefangen mit dem Futurismus. Ein Protagonist der hispanoamerikanischen Avantgarde (der zudem gegen den kriegsverherrlichenden europäischen Futurismus konterte), war der Chilene Vicente Huidobro. Von dessen Werk ausgehend soll ein Panorama unterschiedlicher wie auch miteinander fusionierender poetischer Ismen beleuchtet, gleichzeitig Aspekte poetisch angelegter, chiffrierter oder materialisierter pazifistischer und ökologischer Perspektiven beachtet werden. Die Frage danach, ob diese als Interventionen außerhalb der Buchseite operiert oder den Sprung auf die Leinwand erlebt haben, ist ein besonders innovativer Bestandteil der Vorlesung. Nicht nur ein Film wie La langosta azul (1954), eine kolumbianische Reaktion auf die onirische Logik von Un chien andalou (1929), sondern auch die Sparte des aktuellen hispanoamerikanischen Poetryfilms sowie dessen medientheoretische Einordnung werden in die Vorlesung einfließen.
Dazu kommen der Gastvortrag einer kolumbianischen Filmkünstlerin und die Teilnahme an einer Filmsektion für die latinale.académica 2026. Das Schlüsselwerk Altazor von Vicente Huidobro soll in diesem Kontext Materie einer in der Vorlesung co-projizierten Film-Script-Skizze sein.
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