Museen werden meist primär als Orte des Sammelns und Ausstellens sowie des Vermittelns von Wissen an die Öffentlichkeit betrachtet. Werden sie jedoch selbst zum Gegenstand ethnographischer Forschung, erlauben sie zudem Einblicke in eine Vielzahl von gesellschaftsrelevanten Fragen, z. B. nach der Produktion und Zugänglichkeit von Wissen, nach Erinnerungspolitiken und dem Umgang mit kulturellem Erbe sowie nach Fragen der Identität und Zugehörigkeit. Seit den 1980er-Jahren setzen sich die Museum Studies kritisch mit kultur- und sammlungsgutbewahrenden Institutionen und ihren Praktiken auseinander und erforschen so die Wechselbeziehungen zwischen Museen und historischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Bedingungen und Machtverhältnissen. In diesem Lektürekurs wird die Entwicklung der Museum Studies anhand zentraler Werke zur ethnografischen Museumsforschung nachgezeichnet.
Die Studierenden lernen die thematische, theoretische und methodische Bandbreite der Museum Studies kennen und lernen, wie die kritische Untersuchung von Museumspraktiken in die Sozial- und Kulturanthropologie passt. Das Lektürematerial liegt hauptsächlich auf Englisch vor, die Sitzungen werden auf Deutsch abgehalten.
Handler, Richard; Gable, Eric 1997. The New History in an Old Museum: Creating the Past at Colonial Williamsburg. Durham.
Oswald, Margareta von 2022. Working Through Colonial Collections. An Ethnography of the Ethnological Museum in Berlin. Leuven: Universitaire Pers Leuven.
Price, Sally 2007. Paris Primitive: Jacques Chirac’s Museum on the Quai Branly. Chicago: University of Chicago Press.
Schorch, Philipp et al. 2020. Refocusing ethnographic museums through Oceanic lenses. University of Hawai‘i Press.
Alle in Studienordnung vorgesehenen Prüfungsformate werden angeboten.
Prüfungen werden in beiden Prüfungszeiträumen abgenommen.
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