Iris Marion Young (1949−2006) gilt als eine der wegweisendsten politischen Theoretiker*innen der Gegenwart und als eine der Begründer*innen feministischer politischer Theorie. In diesem einführenden Seminar werden wir uns mit zentralen Positionen ihres theoretischen Werks vertraut machen. Der Schwerpunkt liegt auf ihren früheren Essays, in denen sie weibliche Körpererfahrung im Kontext von Sport, Raumnutzung, Menstruation und Schwangerschaft analysiert. Ausgehend von diesen Analysen werden wir Schlüsselbegriffe der politischen Theorie wie Macht, Herrschaft, Ungleichheit und Unterdrückung aus einer feministischen Perspektive erschließen. Abschließend diskutieren wir die theoretischen Implikationen für Demokratie und Gerechtigkeit, indem wir sie mit den Dimensionen Geschlecht und Körper zusammendenken.
Das Seminar richtet sich an Studierende aller Geschlechter ohne Vorkenntnisse und vermittelt textanalytische Kompetenzen sowie einen fundierten Einblick in feministische politische Theorie. Es bietet Raum, Youngs zentrale Positionen aus einer intersektionalen Perspektive zu reflektieren und mit neueren Positionen der feministischen Theorie zu Ableismus-, Klassismus- und Rassismuskritik sowie zu trans*-, inter* und nicht-binären Geschlechteridentitäten zu verknüpfen. Wir arbeiten dabei mit Methoden der feministischen Pädagogik und der bewegten Lehre, um verkörpertes Wissen als Ressource der Wissensproduktion und der theoretischen Reflexion zu nutzen.
Die Bereitschaft zur Lektüre auch englischsprachiger Theorietexte wird erwartet. Um das Seminar möglichst inklusiv und barrierefrei zu gestalten, können Sie mir gerne im Vorfeld per E-Mail Ihre individuellen Bedürfnisse mitteilen, damit ich diese bei der Planung berücksichtigen kann (jeanette.ehrmann@hu-berlin.de).
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