Dieses Seminar ist als wissenschaftliche Vorbereitung des internationalen Workshops „Mapping Dissonant Objects: Religious Material Engagement across Italy, the Iberian Peninsula and the Holy Land“ konzipiert, der in Kooperation mit dem Humboldt Forum und der Staatsbibliothek zu Berlin vom 17. bis 19. Juni 2026 veranstaltet wird.
Das Seminar thematisiert das Verhältnis von Religion und Materialität im Rahmen einer pluralen Produktion des globalen Christentums, die seit dem 16. Jahrhundert eng mit imperialen und kolonialen Dynamiken verflochten ist. Eine Neudefinition und Diskussion des Konzepts des „dissonant object“ ermöglicht es, Praktiken des „religious material engagement“ einer Vielzahl von Akteuren in diesem Kontext zu untersuchen. Dabei wird sowohl der Vielfalt von Handlungsmöglichkeiten als auch der Handlungsträgerschaft der Dinge Aufmerksamkeit geschenkt im Spannungsfeld pluraler Asymmetrien und dynamischer Verflechtungen (Entanglements). Im Zentrum stehen die intermedialen „Übersetzungen“ des Göttlichen und des Sakralen sowie die damit verbundenen Praktiken, die die Interagency der Dinge mobilisieren, mit einem besonderen Schwerpunkt auf den iberischen Welten der Frühen Neuzeit und missionarischen Kulturen.
Ziel des Seminars ist die aktive Einbindung der Studierenden in interdisziplinäre Tätigkeiten, die die Arbeit in Präsenz sowohl mit Papierartefakten als auch mit Museumsobjekten ermöglichen. Die Teilnahme bietet zudem die Möglichkeit, sich an der Konzeption und Produktion einer digitalen Ausstellung sowie an einer Social-Media-Kampagne im Rahmen des Gesamtprojekts „Mapping Dissonant Objects“ zu beteiligen.
Ein detaillierter Zeitplan wird in den ersten Seminarsitzungen vorgestellt.
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