Der Begriff "Citizenship" ist in den Sozialwissenschaften stark durch T.H. Marshall geprägt. In seinem klassischen Essay von 1950 unterschied er zwischen Bürgerrechten, politischen Rechten und sozialen Rechten und skizzierte, wie unterschiedliche Rechte seit dem 18. Jahrhundert in sozialen und politischen Konflikten erkämpft wurden. Auch wenn dieses Konzept heute weiterhin zentral ist, wurde die scheinbar "natürliche" nationalstaatliche Ordnung von Bürgerschaft im Zuge der Globalisierung nachhaltig erschüttert; das betrifft unter anderem auch die Frage, wie neue (und alte) Formen von Bürgerschaft auf lokaler Ebene entstehen. In unserem Seminar nehmen wir Maarshalls Bürgerschaftskonzept zum Ausgangspunkt und beschäftigen uns damit, wie es seit den 1990er Jahren speziell in der Stadtforschung weiterentwickelt wurde. Wir lesen uns u.a. in Debatten um Urban Citizenshzip und Insurgent Citizenship ein und erschließen uns thematische Felder, auf denen lokale Politiken der Bürgerschaft relevant sind. ACHTUNG: Diese Veranstaltung muss in der ersten Semesterwoche leider ausfallen; die erste Sitzung findet am 23.4. statt.
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