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Von Geistern und Medien. Literatur und Spiritismus in Frankreich - Detailseite

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 5240434Ü
Semester SoSe 2026 SWS 2
Rhythmus jedes Semester Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich Zentrale Abmeldefrist    01.02.2026 - 30.09.2026    aktuell
ÜWP: Zentrale Frist    01.02.2026 - 03.05.2026   
Beschreibung :
Falls Sie in den Belegungsinformationen zu dieser Lehrveranstaltung (Meine Veranstaltungen) ab dem 11.04.2026 noch den Status "AN" bzw. "angemeldet" sehen, dann wurden Sie auf einer Nachrückerliste vorgemerkt, da die vorgesehene Platzzahl bereits erreicht ist.

Die Anmeldung ist grundsätzlich bis zum 30.4.2026 möglich. Eine Vergabe der frei gewordenen Plätze wird bis dahin wöchentlich erfolgen.
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Mo. 10:00 bis 12:00 wöch 1.403 (Seminarraum)
Stockwerk: 4. OG


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Universitätsgebäude am Hegelplatz - Dorotheenstraße 24 (DOR 24)

Außenbereich eingeschränkt nutzbar Innenbereich nutzbar Parkplatz vorhanden Barrierearmes WC vorhanden Barrierearme Anreise mit ÖPNV möglich
Sartor findet statt     25
Gruppe 1:


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Sartor, Chiara Fina
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Französisch Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Französisch Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )   -  
Bachelor of Arts  Französisch Kernfach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2015 )   -  
Bachelor of Arts  Französisch Zweitfach ( Vertiefung: mit LA-Option; POVersion: 2015 )   -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Romanistik
Inhalt
Kommentar

Das urbane Frankreich erlebt um 1850 eine regelrechte Epidemie der Jenseitskommunikation. Der spiritualism, 1848 in den Vereinigten Staaten entstanden, greift ab 1853 auf Europa über und wird besonders im französischen Zweiten Kaiserreich zum Modephänomen. Eine ganze Generation oft weiblicher Angehöriger des Kleinbürgertums und des Arbeitermilieus nimmt an ›Séancen‹ teil oder macht sich selbst zum ›Medium‹ für telepathisch empfangene Stimmen aus dem Jenseits, die Raschläge erteilen, Trost spenden und Sicherheit versprechen, und selbst prominente Persönlichkeiten wie Victor Hugo üben sich im ›Tischrücken‹. Den französischen Begriff des ›Spiritismus‹ und die dazugehörige philosophische Lehre prägt 1857 der Gelehrte Léon Rivail, genannt Allan Kardec, dessen Livre des Esprits zur ›Bibel‹ der Bewegung avanciert. Psychiater und Psychologen deuten Visionen und Phänomene der Mediumnität als Hysteriesymptome oder als Resultate einer Persönlichkeitsspaltung, während Parapsychologen oder ›Metapsychologen‹ versuchen, die Realität dieser Phänomene wissenschaftlich nachzuweisen. In verschiedenen Wellen und in diversen Ausprägungen hält sich die Bewegung in Frankreich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Seminar das Wechselverhältnis zwischen Literatur und Spiritismus von den Anfängen der Bewegung um die Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit der historischen Avantgarden. Gegenstand ist dabei nicht nur die Darstellung und Verhandlung von Geistererscheinungen, spiritistischen Praktiken und Glaubensinhalten in der fantastischen Literatur (Honoré de Balzac, Théophile Gautier, Guy de Maupassant) und im Fin de Siècle (Joris-Karl Huysmans), sondern auch die Frage, inwiefern der Spiritismus selbst als literarische Bewegung verstanden werden kann, die eigene Textgattungen hervorbringt. Ebenso verfolgen wir, wie spiritistische Schreibtechniken in säkularisierter Form auf die Literaturproduktion zurückwirken (André Breton & Philippe Soupault) und unter welchen Vorzeichen Geistermitteilungen als künstlerisch-literarische Werke rezipiert werden (Jeanne Tripier).

Da nicht alle Lektüren in deutscher Übersetzung vorliegen, werden für die Teilnahme am Seminar gute Französischkenntnisse vorausgesetzt.

 

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin