| Kommentar |
Römische Inschriften auf Latein wurden auf Monumente, Wände oder Gefäße aus den unterschiedlichsten Gründen eingemeißelt, geritzt oder aufgemalt. Die Einheit von Inschrift und Inschrift-Träger war in der Antike ein grundlegendes Kommunikationsmittel, das für uns ein unmittelbar überliefertes medium für die Erforschung der römischen Kultur ist. Aus dieser Besonderheit der epigraphischen Texte ergeben sich auch sprachliche Merkmale, die in der Literatur weniger zu beobachten sind. Anders als die literarischen Quellen sind die Inschriften Momentaufnahmen: Die Zeit zwischen der Planung und der Realisierung einer Inschrift war in der Regel sehr kurz; außerdem gehörten der Auftraggeber und der Auftragnehmer zur kulturellen Umwelt der Texte, die sie zusammengestellt hatten. Da sich nicht nur Herrscher und Aristokraten männlichen Geschlechtes, sondern auch ‚kleine Leute’ und Frauen durch Inschriften ausdrückten, wird die verwendete Sprache bunter als die Sprache der Literatur.
Ziel dieses Kurses ist es, die Student*innen mit den inschriftlichen Texten auf Latein und deren Besonderheiten durch eine praxisorientierte Veranstaltung vertraut zu machen. Zu diesem Zweck werden die Sitzungen im Alten Museum, an der Arbeitsstelle des Corpus Inscriptionum Latinarum der BBAW und in der epigraphischen Sammlung beim Schloss Glienicke in der Form eines Blockseminars stattfinden. An diesen Orten besteht die Möglichkeit, die dort aufbewahrten lateinischen Inschriften durch Lektüre und Erstellung von Abklatschen und „Scheden“ (d. h. CIL-Einträgen) zu untersuchen.
Literatur: C. Campedelli, in Berliner Skulpturen Netzwerk (Arachne, https://arachne.dainst.org); A. Conze, Beschreibung der antiken Skulpturen mit Ausschluss der pergamenischen Fundstücke, Berlin 1891; W. Eck, Lateinische Epigraphik, in: F. Graf (Hrsg.), Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart – Leipzig 1997, 92–111; W. Eck, Monument und Inschrift. Gesammelte Aufsätze zur senatorischen Repräsentation in der Kaiserzeit, Berlin – New York 2011; M. G. Schmidt, in Berliner Skulpturen Netzwerk (Arachne, https://arachne.dainst.org); M. G. Schmidt, Inscriptiones Berolinenses Latinae, in: W. Eck – P. Kovács (Hrsg.), Studia epigraphica in memoriam Géza Alföldy, Bonn 2013, 307–326; M. G. Schmidt, Einführung in die lateinische Epigraphik, Darmstadt, 3. Aufl. 2015; L. Schumacher (ed.), Römische Inschriften, Lateinisch/Deutsch, Stuttgart, 2. Aufl. 2001. |
| Bemerkung |
Termine:
15./16.05.2026: - 15.05.2026 BBAW, Unter den Linden 8 (Raum 07W04) 10:00-13:15 - 16.05.2026 BBAW / Altes Museum 10:00-13:15
22./23.05.2026: - 22.05.26 Schloss Glienicke, 10:00-13:15 - 23.05.26 BBAW / Altes Museum 10:00-13:15 29./30.05.2026: - 29.05.26 BBAW / Altes Museum 10:00-11:30 Das instrumentum publicum 11:45-13:15 Die tabula patronatus des Alten Museums - 30.05.26 BBAW, 10:00-13:15 Überarbeitung der erstellten "Scheden"
05./06.06.2026: - 05.06.26 Schloss Glienicke 10:00-13:15 - 06.06.26 BBAW 10:00-13:15 Überarbeitung der Scheden
Im Hinblick auf Platzbeschränkungen werden max. 15 Teilnehmer:innen zugelassen. |