Die Art und Weise, wie Regierungsvertreter:innen und Politiker:innen aus aller Welt aktuell mit Donald Trump sprechen, wirft Fragen auf, die so oder ähnlich für das antike Herrscherlob diskutiert wurden: Meinen sie dieses überschwängliche Lob ernst? Glaubt der Gepriesene, dass sie das ernst meinen? Oder ist es vielleicht Satire? Wir werden uns im Kurs mit dem römischen Herrscherlob von der späten Republik bis in die Spätantike befassen. Im Fokus stehen Texte wie die caesarfreundlichen Reden Ciceros, die augusteische Dichtung, das poetische Herrschlob der neronischen und flavischen Zeit sowie die als ‚Panegyrici Latini‘ bezeichneten epideiktischen Reden der Spätantike. Neben Inhalt, Zeitstellung und rhetorischen Strategien der Texte werden wir uns mit der antiken Rhetoriktheorie zur epideiktischen (d.h. reich ausgeschmückten) Rede und dem Personenlob befassen. Zudem werden wir moderne kommunikationstheoretische Theorien kennenlernen und diskutieren, ob und inwiefern sich diese zur Analyse des häufig stark übersteigerten Herrscherlobes eignen.
Die relevanten Textpassagen werden in Moodle zur Verfügung gestellt. Die Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind die Übernahme einer Sitzungsleitung und eines Kurzreferats sowie regelmäßige Anwesenheit und gründliche Textvorbereitung.
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