Cicero beschwört ihn immer wieder, Livius und Sallust beklagen sein Fehlen, schon Scipio Africanus fordert das Volk dazu auf und Figuren aus Plautus‘ Komödien erwähnen ihn: der mos maiorum scheint in aller Munde in der lateinischen Literatur. In diesem Seminar wollen wir den omnipräsenten Begriff des mos maiorum mit Inhalt füllen und anhand ausgewählter Textstellen insbesondere aus Cicero, Livius und Valerius Maximus untersuchen, was für einen Römer Werte wie dignitas, liberalitas, moderatio und temperantia, amicitia, virtus, religio und pietas, fides und pudicita bedeuten, in welchen Handlungen sie zum Ausdruck kommen und wer sich wodurch auszeichnen sollte. Mit der Figur des pius Aeneas werden wir einen kleinen Seitenblick auf den Semesterschwerpunkt Epos werfen und ein Beispiel für einen Wert kennenlernen, der eng an eine Person geknüpft ist und von ihr verkörpert wird.
Die Leistungspunkte werden für regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, sorgfältige Vorbereitung der zu behandelnden Textpassagen und Sekundärliteratur sowie die Übernahme einer Sitzungsgestaltung vergeben. Weitere Informationen zu gelesenen Stellen, zu Kommentaren und Sekundärliteratur werden über Moodle bekannt gegeben.
Zur Einführung: Kuhlmann, Peter et al. (Hgg.). Res Romanae: Literatur und Kultur im antiken Rom. München 2017.
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