Feministische und queere Ethnographien haben nicht nur einen wichtigen Beitrag zur empirischen Erforschung von Geschlecht, Sexualität und Begehren geleistet, sondern auch wesentliche epistemologische und methodologische Impulse geliefert, um die Praxis der Wissensproduktion in der Sozial- und Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie kritisch zu reflektieren. Im Zentrum stehen dabei unter anderem Fragen von Positionalität und Situiertheit, Reflexivität und Repräsentation sowie (intersektionalen) Machtverhältnissen und Solidarität. Eben diesen epistemologischen und methodologischen Fragen widmet sich das Seminar schwerpunktmäßig.
Nach einer kurzen Einführung in zentrale theoretische Hintergründe und Auseinandersetzungen befassen wir uns mit aktuellen Forschungen. Dafür lesen wir queere/feministische Ethnographien, die wir insbesondere mit Blick auf ihre Forschungs- und Schreibpraxis befragen: Wie und welches Wissen wird hier produziert? Wie haben die Autor:innen geforscht? Wie sind sie methodisch vorgegangen? Wie positionieren sie sich selbst im Forschen wie auch im Schreiben? Und wie intervenieren sie damit in anthropologische Debatten?
Wir lesen deutsch- und englischsprachige Texte, die über Moodle zur Verfügung gestellt werden. Meldet euch gern vorab, wenn Ihr spezifische Lernbedürfnisse, Wünsche oder allgemeine Anregungen zum Kurs habt. |