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Versuche einer abolitionistischen Anthropologie: Arbeit an und über die Überwindung von Staat, Patriarchat und Kapitalismus - Detailseite

Grunddaten
Veranstaltungsart Studienprojekt Veranstaltungsnummer 51728
Semester WiSe 2025/26 SWS 4
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich Zentrale Abmeldefrist    01.07.2025 - 31.03.2026    aktuell
Zentrale Frist    01.07.2025 - 08.10.2025   
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Fr. 10:00 bis 14:00 s.t. wöch 13.10.2025 bis 14.02.2026  408 (Seminarraum)
Stockwerk: 4. OG


Institutsgebäude (eh. Mohrenstr.) - Anton-Wilhelm-Amo-Straße 40/41 (AMO 40)

  findet statt     1000
Gruppe 1:


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Rogalla von Bieberstein, Alice , Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Master of Arts  Ethnographie: Theorie Hauptfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2019 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Philosophische Fakultät, Institut für Europäische Ethnologie
Inhalt
Kommentar

In den letzten Jahren hat sich die Arbeit an der Entwicklung einer abolitionistischen Anthropologie deutlich intensiviert (Alves, 2021; Cox, 2022; Glück, 2024; Jobson, 2020; Shange, 2019, 2022). Unter Abolitionismus verstehen wir Ansätze, die über bloße Reformen hinausgehen und eine grundlegende Transformation bestehender Macht- und Ausbeutungsverhältnisse anstreben. Diese Denkrichtung wurzelt in historischen Kämpfen gegen Versklavung und Kolonialismus und findet heute ihre Fortsetzung in Bewegungen gegen Grenzregime, Inhaftierungssysteme und geschlechtsspezifische Gewalt. Abolitionistische Perspektiven argumentieren, dass über-, para- und staatliche Sicherheitsapparate, kapitalistische Wirtschaftsformen und patriarchale Strukturen in ihrer Verzahnung analysiert und gemeinsam überwunden werden müssen, um Bedingungen für Freiheit und Emanzipation zu schaffen.

Die Entwicklung einer abolitionistischen Anthropologie steht in einer langen Tradition der Auseinandersetzung mit den Machtgefügen und politischen Ökonomien, die unsere wissenschaftliche Praxis bedingen und prägen. Sie baut auf staatskritischen, materialistischen, feministischen und anti/dekolonialen Ansätzen auf und hinterfragt gezielt die die institutionellen, gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Beziehungsgefüge unserer Forschungsarbeit. Im Zentrum steht die Aushandlung und Verankerung der ethischen und politischen Prinzipien und Grundsätze, die für eine emanzipatorische, abolitionistische anthropologische Praxis handlungsleitend sein sollten. 

In diesem Studienprojekt erkunden wir gemeinsam bestehende abolitionistische Projekte und ihre charakteristischen Ansätze. Wir untersuchen, was wir von und mit diesen Initiativen lernen und weiterentwickeln können. Dabei verstehen wir abolitionistische Praxis als einen Prozess, der im Alltäglichen beginnt: zum Beispiel durch Netzwerke gegenseitiger Fürsorge und Unterstützung, durch die Erprobung gemeinschaftlicher Verantwortungsmodelle, durch Konzepte transformativer Gerechtigkeit als Alternative zu strafenden Systemen oder durch Kampagnen gegen die Kriminalisierung von Armut. Neben lokalen Initiativen wird ein Schwerpunkt des Studienprojekts auf den Erfahrungen, der Praxis und Visionen der kurdischen Freiheitsbewegung liegen, möglicherweise samt Kollaborationen mit Studierenden in Rojava.

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2025/26. Aktuelles Semester: SoSe 2026.
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