Bibliotheken sind seit jeher Orte des Teilens – von Wissen, Schriften, Büchern bis hin zu digitalen Medien. Seit einigen Jahren weiten Bibliotheken dieses Prinzip des Teilens auf Alltagsgegenstände aus. Es entstehen zunehmend mehr „Bibliotheken der Dinge“, die es ermöglichen, Dinge des Alltags wie Näh- und Bohrmaschinen, Stichsägen und Spielzeuge, Musikinstrumente und Sportgeräte für die Dauer des Gebrauchs zu leihen und gemeinschaftlich zu nutzen, anstatt sie einzeln zu besitzen. Damit verknüpfen Bibliotheken das Teilen mit Fragen gesellschaftlicher Verantwortung und nachhaltigen Konsumpraktiken und repräsentieren den nicht-kommerziellen Teil der Sharing Economy.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit diesen neuen Formen des Teilens. Mit Hilfe qualitativer Ansätze folgen wir den Dingen der Bibliothek und ihrem Gebrauch an diverse Orte und sprechen mit regelmäßigen und erstmaligen Nutzer:innen sowie mit Bibliothekar:innen zu Fragen des Erwerbs, der Katalogisierung und der Ausleihe. Dabei verstehen wir Bibliotheken als soziale Räume, die über ihre ursprüngliche Funktion als Orte der Wissensvermittlung hinausgehen.
Das Seminar bietet eine Einführung in qualitative Forschungsmethoden und Interviewtechniken. Die Teilnehmer:innen führen eigene kleine Forschungen durch und präsentieren die Ergebnisse in einem Audioformat, wie etwa einem Hörspiel oder Podcast. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft, sich auf zeitintensives qualitatives Forschen einzulassen sowie Interesse an künstlerischem und erzählerischem Arbeiten mit Ton. Eine Einführung in die entsprechenden Techniken wird im Seminar gegeben.
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