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Das Medium Ansichtskarte ist aufgrund seiner Vielseitigkeit – sowohl hinsichtlich der Gestaltung (Bildseite, Nachrichtenseite, Gebrauchskontext, Beförderungsdaten) als auch seiner Einordnung zwischen Massen- und Interpersonalmedium – ein faszinierendes, zugleich aber schwer systematisch zu erfassendes Kulturobjekt. Dies erklärt, warum sich Bibliotheken und andere Gedächtniseinrichtungen bislang nur in begrenztem Umfang sammelnd und analytisch mit diesem Medium beschäftigen.
Die Digitalisierung und Datafizierung von Ansichtskartensammlungen eröffnet neue Möglichkeiten für den Zugang und die Analyse, doch existieren bisher kaum methodische Standards.
Im Projektseminar werden daher bibliothekswissenschaftliche Zugänge zu Ansichtskarten und ihren Sammlungen explorativ untersucht. Anhand von Beispielbeständen aus der DDR lernen die Teilnehmenden verschiedene Aspekte der digitalen Erschließung und Verfügbarmachung kennen und wenden diese praktisch in Präsentationen an. Dabei werden formale, technische, mediologische, bildtheoretische, kulturelle, sozialgeschichtliche sowie rechtliche und ethische Fragestellungen behandelt.
Ein Beispielkorpus wird zur Verfügung gestellt; eigene Materialien können gerne eingebracht werden.
Vorkenntnisse in Bereichen der Objektdigitalisierung, Metadaten, Datenmodellierung, Datenvisualisierung oder Methoden der Digital Humanities sind wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
Die Prüfungsleistung besteht aus einem in Kleingruppen oder individuell erstellten digitalen Ansichtskartenportfolio, das die im Seminar erarbeiteten Erkenntnisse und Lösungsansätze präsentiert.
Das Seminar findet ab dem 13.10.2025 zweiwöchentlich jeweils montags von 14 bis 18 Uhr (mit Pause) im Raum 22 im IBI-Gebäude (Dorotheenstraße 26) statt.
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