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Textil und Mode im Spätmittelalter und der Renaissance: Realia und Darstellung - Detailseite

Grunddaten
Veranstaltungsart Übung vor Originalen Veranstaltungsnummer 533641
Semester WiSe 2025/26 SWS 2
Rhythmus Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich Zentrale Abmeldefrist    01.07.2025 - 31.03.2026    aktuell
Institut für Kunst- und Bildgeschichte 1. Frist    22.09.2025 - 20.10.2025   
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Di. 12:00 bis 14:00 wöch 14.10.2025 bis 28.10.2025  0.12 (Seminarraum)
Stockwerk: EG


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Pergamonpalais - Georgenstraße 47 (GEO 47)

Außenbereich nutzbar Innenbereich nutzbar Barrierearmes WC vorhanden Barrierearme Anreise mit ÖPNV möglich
  findet statt     30
Di. 12:00 bis 14:00 wöch 04.11.2025 bis 10.02.2026      findet statt     30
Gruppe 1:


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Calvarin, Juliette , PhD
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Kunst- und Bildgeschichte Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )     -  
Bachelor of Arts  Kunst- und Bildgeschichte Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )     -  
Bachelor of Arts  Kunst- und Bildgeschichte Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2025 )     -  
Bachelor of Arts  Kunst- und Bildgeschichte Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2025 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Inhalt
Kommentar

Was bedeutet es, wenn der Hl. Ludwig von Toulouse einen chinesischen Samt auf einer Tafel von Simone Martini trägt? oder eine adelige Frau eine Haube aus dünnem, transparentem Leinenstoff in einem Miniaturporträt? In dieser Übung vor Originalen in der Gemäldegalerie werden dargestellte Kleidung und Stoffe aus textil- und modehistorischer Perspektive gesehen. Untersuchungsgegenstand ist Malerei aus Westeuropa, 1300–1600.

Grundfragen der Lehrveranstaltung sind:

Welche Stoffe werden dargestellt und wo kommen diese her? Im Mittelalter und in der Neuzeit war die Textilindustrie die zweitgrößte wirtschaftliche Branche (nach der Agrarwirtschaft) und beförderte Wachstum und Innovation. Textil war auch Gegenstand des Welthandels mit europäischen Produkten (vor allem Wolltücher) getauscht gegen wertvolle Importe vor allem aus Asien (zentralasiatischen Seiden oder indischer Baumwolle, zum Beispiel). Erstes Ziel dieser Übung soll es sein, Grundkenntnisse über textile Techniken und die globale Produktion der Zeit zu sammeln, um verschiedene Stoffe erkennen zu können und darüber nachzudenken, wie die dargestellten Objekten zusammen gekommen sind.

Wie werden verschiedene Stoffe und Bearbeitungstechniken maltechnisch differenziert? Auch in der Malerei war Textil ein Auslöser für technische Innovation: wie genau zwischen Damast und Samt unterscheiden, wie den Glanz von Goldstoff oder die strukturierte Oberfläche des Leinens wiedergeben, waren Fragen, die sich viele Künstler im ganzen Zeitraum vom 14. zum 16. Jahrhundert gestellt haben, mit sehr unterschiedlichen Antworten.

Auch interessant in dieser Hinsicht ist die Frage nach der Verfügbarkeit von Modellen; ob Stoffe anhand entsprechender Modelle dargestellt werden oder mit Hilfe von Musterzeichnungen variiert und neu erfunden, kann man zum Teil beobachten sowie aus Handbüchern erfahren.

Was ist die Aussagekraft solcher Darstellungen in biblischen Erzählungen und zeitgenössischen Porträts? Die Selbstinszenierung portraitierter Personen mit Hilfe teurer Kleidung wird nachgefragt. Sie beleuchtet die Verwendung teilweise ähnlicher - teilweise stark abweichender - Kleidung in religiöser Malerei. Das 14. Jahrhundert wird oft als Anfang der ‚Mode-Revolution‘ beschrieben, mit raschem Wechsel der Formen und zunehmender Komplexität der Konstruktion von Kleidung; die Epoche ist auch die Zeit der Kleiderordnungen und der filigranen Distinktion sozialer Stellung. Unter diesen Umständen ist eine bestimmte Stoff- oder Ornamentauswahl sowohl als Aussage in der kodierten Sprache der Ständegesellschaft als auch als Ausdruck persönlicher Identität zu lesen.

Die gleichen Regeln beeinflussen die Darstellung biblischer Episoden, wobei die Wahl ‚zeitloser‘ oder auch stark ‚exotischer‘ Kleidung für einzelne Personen das Spektrum des Möglichen erweiterten; die Darstellung des gesellschaftlich ‚Anderen‘ wird auch in der Übung thematisiert.

Bemerkung

Die Übung findet vor allem in der Gemäldegalerie statt, mit Ausflügen zu Textilsammlungen und -ausstellungen. Die ersten drei Sitzungen, vom 14.10. bis 28.10.2025 finden im Seminarraum 0.12, Georgestraße 47, statt.

Prüfung

Mündliche Prüfung oder Hausarbeit

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2025/26. Aktuelles Semester: SoSe 2026.
Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin