| Kommentar |
Das Seminar ist dem Verhältnis von Sprache und Musik in der Slawia aus linguistischer Sicht gewidmet. Dabei werden zum einen allgemeine Ähnlichkeiten und Unterschiede von Sprache und Musik als Zeichensysteme mit eigener Syntax / Gesetzmäßigkeiten des Aufbaus und mit eigenen Bedeutungs- und Verwendungsregeln herausgearbeitet. Es werden auch Fragen eines möglichen gemeinsamen Ursprunges oder gemeinsamer kognitiver Verarbeitungsmechanismen von Sprache und Musik (und evtl. auch Poesie) diskutiert. Im Hauptteil des Seminars geht es dann um die Rolle des Sprachlichen speziell in slawischen musikalischen Werken: Wie beeinflussen sprachliche Besonderheiten die Realisierung musikalischer (v.a. gesungener) Werke? Gibt es besondere slawische (ethno)musikalische Formen? Welche Funktion, welche Wichtigkeit schreiben slawische Musikschaffende selbst ihren Sprachen zu, welche Besonderheiten werden eingesetzt und reflektiert? Schließlich wenden wir uns der Rolle musikalischer Kategorien (Frequenz, Tonumfang, Rhythmus) in slawischen Sprachen zu: Wie gehen sie in den Sprachbau ein, wie beeinflussen sie Möglichkeiten der sprachlichen Gestaltung von Texten?
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