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Glücklich wollen wir mit Sicherheit alle sein - Erkundungen zu Paulus, Johannes, Augustinus und Luther (HS - H 420/421/490/621/622/623, BA[V]NT, MEd E,K) - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 60208
Semester SoSe 2021 SWS 2
Rhythmus Moodle-Link https://moodle.hu-berlin.de/course/view.php?id=103638
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Digital

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mo. 14:00 bis 16:00 wöch Institutsgebäude - 108 Burgstraße 26 (BU26) - (Unterrichtsraum) Jacobi ,
Seeberg
findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Jacobi, Christine , Prof. Dr.
Seeberg, Christine
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Theologische Fakultät, Seminar für Neues Testament, Exegese und Theologie des Neuen Testaments
Inhalt
Kommentar

„Glücklich wollen wir mit Sicherheit alle sein“ – Erkundungen zu Paulus, Johannes, Augustinus und Luther

Mit dem Satz im Titel hat Cicero, der vielleicht bedeutendste Skeptiker des Abendlandes – fast ein Zeitgenosse Jesu –, etwas entdeckt, das seinen allumfassenden, nagenden Zweifeln standhalten konnte. Er war skeptisch, ob sich erkennen und klar benennen lässt, was das ist: vollkommenes Glück; und ob dies für sterbliche Menschen überhaupt realisierbar ist. Dass (je) ich aber vollkommen glücklich sein will, dessen bin ich mir – so Cicero – ganz gewiss. Halte ich bei meinem Glückswunsch inne, ohne seiner Erfüllung vorzugreifen, so gewahre ich etwas, das ich zu jeder Zeit mit jedem Menschen teilen kann: etwas von der Wahrheit, vom Glück selbst.

Im Licht von Ciceros Besinnung lassen sich auch die frühchristlichen und klassisch protestantischen Seminartexte lesen. Sie entdecken etwas, das einen schon als bloß glücksbedürftigen Menschen mit dem Glück - mit Gott - in Verbindung hält. Die beiden großen "Theologen" des Neuen Testaments, Johannes und Paulus, denen wir uns zunächst ausführlich exegetisch widmen, entfalten auf unterschiedliche Weise schöpferische Vorstellungen von der "Neuheit des Lebens" und von einem "Leben in Fülle", das sie mit dem Sein in Christus verbinden und das in der Begegnung mit Christus schon gegenwärtig empfangen werden kann. Diese neue Existenz, die ausnahmslos jedem Menschen offensteht, verwirklicht sich gleichwohl nur im Hindurchgehen durch menschliche (Selbst)Zweifel, Leiden und den Tod. 

Der Kirchenvater Augustinus entwirft seine christlich-philosophische Glückslehre im Rückgriff auf Paulus und Johannes, aber auch auf Cicero und Platon. Er betont, dass das Ziel alles Strebens nach vollkommenem Glück – Gott selbst – nur mit ganz reinem Herzen „geschaut“ werden könne: das heißt im Angesicht bloß des je eigenen Geistes in seinem Glauben, Lieben und Hoffen, ohne äußere Vorstellungen und Hilfsmittel (wie die Bibeltexte). Dass es gleichwohl einen Weg gibt auch dann, wenn man sich selbst nicht in reiner Weise kennt und dass dieser Weg sogar ein Anfang des Glücks (Gottes) selbst ist - dies vergegenwärtigen und verbürgen laut Augustins die Christuszeugnisse der Bibel und mit ihnen die Gemeinschaft der Kirche. 

Luther schließlich hat seine „reformatorische Einsicht“ zu Beginn der Neuzeit wiederum mithilfe des Paulus und des Augustins gewonnen. Wie Augustinus lehrt er Gott als Inbegriff des eigenen, innersten Wünschens zu sehen – als das, „woran du […] dein Herz hängst“. Er verwendet hierfür auch den paulinischen Begriff der „Gerechtigkeit Gottes“. Diese gelte es verstehen zu lernen: nicht als eine nach starren Gesetzen richtende und strafende Instanz, die einem fremd und feindlich entgegentritt; sondern als „passive“, wider Erwarten sich freundlich öffnende Wirklichkeit, die man durch eigene Taten, Gedanken oder Erkenntnisse weder verlieren noch auch erwerben kann (und muss).

Das Seminar kombiniert neutestamentliche mit systematischen Perspektiven und kann als Proseminar ohne Voraussetzungen (nur ST) oder als Hauptseminar (NT mit Griechisch) besucht werden. Wir laden alle herzlich ein, die im skizzierten Rahmen und in offener Gesprächsatmosphäre neue und bereits vertraute (Glaubens)Horizonte erkunden möchten.

Literatur

Wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Bemerkung

Melden Sie sich bitte über die Moodle-Plattform (Kennwort: Leben ) an.

Prüfung

Es können nach Absprache mit den Dozentinnen Seminararbeiten geschrieben werden. 

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 10 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2021 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin