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Zyprische Heiligtümer im Kontext – Topographie und materielle Kultur - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Q-Kolleg Veranstaltungsnummer 21811653
Semester WiSe 2019/20 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Mo. 09:00 bis 14:00 wöch von 21.10.2019  Universitäts-Hauptgebäude - 1066E Unter den Linden 6 (UL 6) - (Besprechungsräume allgemein)   findet statt     1000
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich

Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Universitätsverwaltung, Studienabteilung (I), Administration Qualitätspakt Lehre, bologna.lab
Inhalt
Kommentar

Die Insel Zypern war durch ihre Lage im östlichen Mittelmeer stets ein Kreuzungspunkt zahlreicher Handelsroute und Schnittstelle vieler unterschiedlicher kultureller Sphären. Auf Grund ihrer geostrategischen Bedeutung wechselten über die Jahrhunderte zudem wiederholt die Herrschaftsverhältnisse. Diese zahlreichen unterschiedlichen Einflüsse – wirtschaftliche Kontakte, kultureller Austausch, politische Vorherrschaft – manifestierten sich nicht zuletzt in der Architektur und den Weihgeschenken in den Heiligtümern der Insel.

Das Q-Kolleg bietet Studierenden die Möglichkeit, sich durch die Beschäftigung mit einer Kultur an der Peripherie des Mittelmeers interdisziplinär auch mit Forschungsfragen der Vorderasiatischen Archäologie, der Vor- und Frühgeschichte sowie der Ägyptologie zu befassen. Das Q-Kolleg stützt sich auf die mehrjährige Zusammenarbeit zwischen dem Winckelmann-Institut/Lehrbereich Klassische Archäologie der HU und der Archaeological Research Unit der University of Cyprus, die sich u.a. in Form eines regelmäßig genutzten Erasmus-Abkommens manifestiert.

 

Das auf zwei Semester angelegte Q-Kolleg soll den Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Cyprus (Nikosia) die Möglichkeit bieten, sich unter fachlicher Anleitung mit dem überaus vielfältigen Thema der antiken zyprischen Heiligtümer der späten Bronze- und der Eisenzeit (ca. 1200 – 300 v.Chr.) im gemeinsamen Austausch auseinanderzusetzen und eigene Forschungsansätze zu entwickeln. Die gemeinsame Sprache für das Projekt ist Englisch. In Anlehnung an die positiven Erfahrungen des Q-Kollegs „Öffentliche Räume im Römischen Reich“ unseres Lehrbereichs werden mehrwöchentliche Gruppentreffen an den jeweiligen Universitäten sowie monatliche Videokonferenzen abgehalten.

Das erste Semester legt den Fokus auf die Topographie der Heiligtümer. Zentrale Fragestellungen ist hierbei die Verortung der Heiligtümer im naturräumlichen Kontext als auch im Kontext der politisch-territorialen Zugehörigkeit innerhalb der zyprischen Stadtkönigtümer. Viele der damit verbundenen Fragestellungen reichen hierbei in das Forschungsfeld der Landschaftsarchäologie hinein. Im Rahmen von gemeinsamen Lektüresitzungen sollen die Grundlagen für die Methodik dieser Disziplin und das Verständnis für verschiedene Modellierungsmöglichkeiten mittels GIS (Voronoi-Polygone, Least-Cost-Paths, Viewshed-Analysen) vermittelt werden. Im ersten Semester wird Will Kennedy als Lehrbeauftragter an der HU das Q-Kolleg betreuen, während Dr. Giorgos Papantoniou seitens der University of Cyprus und unter Leitung von Prof. Dr. Giorgos Papasavvas das Q-Kolleg betreuen wird.

Die Studierenden sollen in kleinen Gruppen und anhand exemplarischer Heiligtumsbefunde die verschiedenen Aspekte der Topographie und der landschaftsarchäologischen Aspekte zyprischer Heiligtümer erarbeiten.

Der Schwerpunkt des zweiten Semesters liegt auf der materiellen Kultur der Heiligtümer. Ausgrabungen zyprischer Heiligtümer haben einen immensen Reichtum an Funden von Votiven, welche von den Gläubigen an die verehrte Gottheit geweiht wurden, hervorgebracht. Aufgeteilt nach Materialgruppen (Kalksteinplastik, Terrakottaplastik, Keramik und Metallfunde) sollen die Studierenden die jeweiligen Besonderheiten der Votive herausarbeiten. Gemeinsam sollen Kriterien zur Datierung, stilistische Überlegungen und Vergleiche sowie weiterführende Überlegungen entwickelt werden, wie beispielsweise die Aussagekraft der Weihgaben zur Identität der in einem Heiligtum verehrten Gottheit, der Nachweis von externen Einflüssen auf die zyprischen Künstler oder die Frage nach serieller Produktion der Objekte. Diese Aspekte des zweiten Semesters wird Angelika Walther vermitteln, welche genau zu solchen Fragestellungen eines konkreten zyprischen Heiligtums an der HU promoviert.

In der Zusammenschau der erarbeiteten Thesen zu den einzelnen Materialklassen als auch den Ergebnissen des ersten Semesters soll gemeinsam ein Fazit erarbeitet und weitere Forschungsfragen formuliert werden: Was macht zyprische Heiligtümer besonders im Vergleich mit anderen Kulturen des antiken Mittelmeerraums? Welche Einflüsse manifestieren sich in welcher Epoche am deutlichsten? Welche diachronen und geographischen Tendenzen lassen sich greifen?

Integraler Bestandteil des Q-Kollegs ist ein Forschungsaufenthalt auf Zypern, wo das gemeinsam erarbeitete Wissen zur Anwendung gebracht werden. Im Rahmen einer gemeinsamen, einwöchigen Study Session soll Originalmaterial (Kalkstein- und Terrakottaplastik, Keramik), welches aus der Ausgrabung eines Heiligtums auf der Ostakropolis von Idalion/Dhali stammt, bearbeitet werden. In der Study Session lernen die Studierenden den Umgang mit antiken Artefakten. Neben klassischen analogen Dokumentationsverfahren, wie der Fundaufnahme oder der Handzeichnung, werden die Teilnehmenden auch das digitale, vektorisierte Umzeichnen, die Fundfotografie und digitale Bildbearbeitung sowie das Erstellen von 3D-Modellen im Structure-from-Motion Verfahren erlernen. Hierbei handelt es sich um neue angewandte Techniken, die in den kommenden Jahren zunehmende Bedeutung in der archäologischen Forschung erlangen werden.

 

Das Q-Kolleg richtet sich an alle fortgeschrittenen BA- und MA-Studierenden des Instituts für Archäologie. Im Sinne einer produktiven und effizienten Arbeit ist eine Teilnahme über die beiden Semester sehr zu empfehlen, in Ausnahmen kann davon auch abgesehen werden.

Da die Anzahl der Teilnehmenden an der HU auf acht (8) beschränkt ist, müssen sich interessierte Studierende mit einem kurzen und themabezogenen Motivationsschreiben bewerben, welches bis zum 17. Oktober zu richten ist an:

stephan.g.schmid@culture.hu-berlin.de

winckelmann@culture.hu-berlin.de

Erste Sitzung: Montag 21. Oktober 2019, 9-14h, Raum 2095B

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2019/20. Aktuelles Semester: WiSe 2020/21.
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